R.E.M.
»R.E.M. Live«
[2CD+DVD / Warner / VÖ: 12.10.2007 ]
Text:
Christian Steinbrink
[3 Kommentare]
Verständlich: Wer sich in heutiger Zeit noch in den Fesseln eines langfristigen Plattenvertrages befindet, entwickelt Kreativität in der Aufgabe, diesen möglichst schnell abzuarbeiten. Selbst wenn er noch so hoch dotiert ist. Möglichkeiten alternativer Veröffentlichungen bestehen ja mittlerweile einige, siehe Radiohead, und der Duft der Unabhängigkeit riecht sicherlich gerade sehr köstlich. Besonders, wenn man wie im Fall von R.E.M. über 25 Jahre im Game und fast die gesamte Zeit sehr populär mit Unterhaltungskonzernen verbunden war. Deshalb: Livealbum, Doppel-CD, DVD-Mitschnitt, opulente Verpackung und gut. Es gibt doch noch so viel zu erleben in den Jahren, die bleiben. Erwähnenswert ist noch der kuriose Umstand, dass CD #2 bereits nach 24 Minuten wieder aufhört.
Danach bleibt genügend Platz, um sich dem Phänomen R.E.M. generell zuzuwenden: Viel bedeutet die Band im Jugendwahn-Zirkus der Popkultur nicht mehr, so viel ist klar, genauso klar wie die Tatsache, dass sie mal ein unglaublich heißer Alternative-Act war. Zwischenzeitlich drehte Michael Stipe sogar an den ganz großen Rädern, ließ sich zum Tode von Kurt Cobain und dem Stand der großen Politik interviewen, machte mysteriöse Andeutungen über seine oft verhandelte sexuelle Ausrichtung, drohte zur omnipräsenten Figur der Zeitgeschichte zu werden. Davon ist er vor einigen Jahren zum Glück abgekommen, es gibt schließlich schon einen Bono, und spätestens seitdem ist gegen R.E.M. als Band eigentlich kaum etwas einzuwenden.
Einige ihrer Songs und Alben sind sogar richtig schön, das einzige Problem besteht in den paar Gassenhauern, die mittlerweile unhörbar geworden sind, weil die diversen Altrock-Radiostationen sie stetig und bis zum Erbrechen wiederholen. \"Everybody Hurts\" zum Beispiel, oder \"Losing My Religion\". Für die Jüngeren gilt natürlich trotzdem: Kennenlernen, das ist Popgeschichte, junge Frau! \"R.E.M. Live\" wurde in Dublin aufgenommen, und der schönste Song, der fehlt, heißt \"Nightswimming\".
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Kommentare
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mirja77 17.01.2008 | 21:50:12
sehr aussagekräftige kritik. wie doll du auf die cd eingehst. vielen dank und bloß nicht weiter so...
Gandalf 18.01.2008 | 09:55:11
Graue Eminenz
ich mag ja kritiken die unterhaltsam nichts über die platte verraten. die hier ist leider zu schlecht geschrieben
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