BEWERTEN
 

Mando Diao

»Never Seen The Light Of Day«

[Capitol / Emi / VÖ: 26.11.2007 ]

Text: Philipp Jedicke

Der Sommer ist vorbei. Das machen Mando Diao auf ihrem vierten Album von Anfang an klar: Die Texte handeln von ausgehenden Lichtern, geplatzten Träumen, vom Leben und vom Tod. Statt jugendlich-ungestümer Tanzflächenkracher herrschen auf \\"Never Seen The Light Of Day\\" Schlager voller Akustikgitarren und Streicher vor. Doch keine Angst, das hier ist nicht das Ende der Welt. Diese Platte geht immer noch ordentlich nach vorne, aber mit Tiefgang.


Die musikalischen Referenzpunkte sind jetzt weniger Garagenrock und englischer Beat als vielmehr Westcoast-Pop, Folkrock und Western-Soundtracks. The American Album. Eine 180-Grad-Wende, locker aus der Hüfte geschossen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern erschließt sich der Hitcharakter dieses Albums erst nach und nach, und über allem liegt eine Melancholie, die gerade deshalb so charmant ist, weil diese Typen immer noch so jung sind.

Im Booklet-Bandfoto inszenieren sie sich als folkloristische Geiger-Truppe aus dem 19. Jahrhundert. Das abgeklärte Alterswerk einer jungen, hippen Band - wann gab's denn so was? \\"I Don't Care What The People Say\\" ist der Titel eines Songs, der als Ennio-Morricone-Hommage durchginge. Und den Satz glaubt man diesen jungen, alten Schweden wirklich.



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