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Vashti Bunyan

»Some Things Just Stick In Your Mind«

[FatCat / Pias / Rough Trade / VÖ: 25.03.2008 ]

Text: Mario Lasar

Manchmal dauert es eben etwas länger, bis man wahrgenommen wird. Nachdem 1970 niemand ihre LP \\"Just Another Diamond Day\\" kaufen wollte, hat Vashti Bunyan dreißig Jahre lang keine Musik mehr gemacht. Erst jetzt, im Zuge ihrer Entdeckung durch Animal Collective und Devendra Banhart, die beide auch mit ihr zusammengearbeitet haben, erlebt sie ihren ersten Frühling. Auf den hier vorliegenden Aufnahmen, die zwischen 1964 und 1967 entstanden sind, herrscht allerdings Winter.


Nicht nur verweisen Songzeilen und Titel wiederholt auf die kalte Jahreszeit, auch die Stimmung, die mittels Vashti Bunyans hoher, purer Stimme und ihrem vorsichtigen Gitarrenspiel transportiert wird, scheint eine klare Winternacht nachzustellen, in der die Luft so kalt ist, dass es beim Einatmen wehtut.

Dem entspricht die Direktheit der Texte, die häufig die tradierte Sprache von Liebesliedern unterwandern, indem sie die Idealisierung von Liebe, etwa als \\"Everlasting Love\\", zugunsten einer nüchternen Bewertung, die Vergänglichkeit anerkennt, aufgeben. Dass Vashti Bunyan sich selbst eher als Pop- denn als Folkmusikerin versteht, macht Sinn, wenn man die hier versammelten Songs vor dem Hintergrund der frühen Marianne Faithfull oder Nico hört. \\"I'm Not Sayin'\\", die Debüt-Single Nicos, erinnert mit ihrem leichtfüßigen orchestralen Background an das Titelstück dieser Compilation, das übrigens von Jagger/Richards geschrieben wurde. Ein Umstand, der sich dadurch erklärt, dass Andrew Loog Oldham, der damalige Manager der Stones, Vashti Bunyan für sein legendäres Immediate-Label unter Vertrag nehmen wollte. Die Aufnahmen wurden jedoch damals nicht veröffentlicht und erscheinen hier zum ersten Mal.

Was an diesen so ungeschützt auftretenden Liedern gefällt, ist die Tatsache, dass sie in einem so geringen Maße extrovertiert sind, dass sie gerade noch als Äußerung wahrnehmbar bleiben. Sie wollen fast lieber in ihrer Introvertiertheit verharren und kein Verhältnis zur Welt eingehen, aber die Weise, wie sie sich daran abarbeiten, diesen Schritt dann doch zu gehen, ist ein Genuss, den man nicht missen möchte.



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