Shlomi Aber
»State Of No One«
[Vital / Rough Trade / VÖ: 26.10.2007 ]
Text:
Mark Swatek
Wie viel Einfluss hat das Wissen über den Kontext von Musik, über deren Herkunft und Hintergründe, eigentlich auf das Hörerlebnis? Hört man Musik, von der man weiß, dass sie aus sonnigeren Gefilden, vielleicht gar mit der Vorstellung sonnendurchfluteter Meeranbindung, kommt, mit einer anderen Erwartungshaltung? Oder werden vielleicht \\"nur\\" andere Assoziationen geweckt? Oder ist das alles egal? Shlomi Aber kommt aus Israel und formuliert unter anderem epische Sonnenaufgangsstücke, Marke Trance/House, von ihm selbst auch als \\"Contemporary Chill-out\\" bezeichnet.
Mit \\"Don't Be A Fool\\", einem der wenigen Tracks mit Vocals, kommt das dann, wenn auch aus ganz anderer Richtung, an einem ähnlichen Punkt an wie Thom Yorke mit \\"The Eraser\\", während das traumhafte \\"Random Fiction\\" (ebenfalls mit Gesang) eher schwelgerischer Pop ist, wie ihn derzeit auch Tracey Thorn macht. Dazwischen gibt es viel, das seine Herkunft nicht verleugnet, aber nicht mehr in erster Linie am Club orientiert ist.
Zumindest der hausinterne Küchen-Test wird auch bestanden, wobei man eine solche Küche schon mögen muss. Automatisch versetzt nach Tel Aviv, in eine Stadt mit mehr Wetter, mehr Strand und anderer Geschichte als hier, fühlt man sich allerdings nicht. Musik funktioniert eben doch in ihrem eigenen Kontext.
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