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Bat For Lashes

»Fur And Gold«

[Capitol / EMI / VÖ: 12.11.2007 ]

Text: Henrik Drüner
[10 Kommentare]

Es ist, als würde beim Opener 'Horse And I' ein Gefecht ausgetragen. Das hämmernde Cembalo und ein unerbittlicher Marschrhythmus gegen die ätherischen Streicher und den wunderschönen Gesang. Beide Seiten geben sich siegessicher, vertrauen jeweils auf die eigenen Stärken. And the winner is: der Song, das Album 'Fur And Gold', die Band Bat For Lashes um die Songwriterin und Multi-Instrumentalistin Natasha Khan.


Was die frühere Studentin der Musik- und Filmwissenschaften aus Brightons Szene-Schmelztiegel in ihr Debüt an episch-schwelgerische Pop-Großtaten packt, ist in seiner homogenen Dichte beachtlich – und spottet vor allem den Stimmen, die in Khan seit der UK-Veröffentlichung 2006 nur eine britische Björk sehen wollen. Zugegeben, wer von vornherein gar keine Affinität zur Isländerin und generell träumerischen Song-Exkursen aufbringen kann, wird auch mit Bat For Lashes schwerlich warm werden. Doch das Quartett - live ergänzt durch Ginger Lee, Abi Fry und Lizzie Carey - gibt einem alles zurück, jeden Funken an Zutrauen inmitten singender Sägen, anmutiger Melodien im dunklen Gewand und der brüchigen Stimmung, die trotzdem soviel Inbrunst ausstrahlt.

Das Video zur Single 'What’s A Girl To Do' (Regie: Dougal Wilson) passt perfekt ins Bild: Es ist ein unheimliches und surreales Werk, das in seiner Ästhetik nicht von ungefähr an 'Donnie Darko' und dessen psychisch labilen Protagonisten erinnert. Khan radelt dort auf einer einsamen Landstraße durch die Nacht, begleitet von bis zu sechs tiermaskierten Begleitern auf BMX-Rädern. Die 27-Jährige besingt hauchend das Abkühlen der Gefühle (\\"We walked arm in arm, but I didn't feel his touch\\"), in einem anderen Vers stellt sie mit Bestimmtheit fest: \\"You are the chosen one, there’s no turning back!\\"

Nicht nur ihre sanfte und gleichzeitig raue Stimme nimmt gefangen. Die für ihre Extravaganz bekannte Künstlerin fasziniert vor allem mit den musikalischen Ideen, seien es die Handclaps, Bläser und das rotierende Tastenkarussell bei 'Prescilla' oder die majestätischen Streicher-Achtelnoten bei 'The Bat’s Mouth'. 'Trophy' und 'Sad Eyes' wirken wie fragile Nachtschattengewächse, gezüchtet aus graziler Mehrstimmigkeit, geerdet vom Piano.



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  • User: interzeptor
  • interzeptor 17.11.2007 | 07:40:02

    dieses debüt der jungen dame stellt wahrlich eine bereicherung für freunde von solch - in der intro kritik ja bestens beschriebenen - klangwelten dar.
    passt übrigens auch toll zum hören zwischen der ersten beachtlichen "beachhouse" und der zwischenzeitlich definitiv schon unverzichtbar gewordenen "white chalk" von pj harvey...

  • User: mindlessme
  • mindlessme 03.12.2007 | 23:27:19

    "you are the chosen one, there’s no turning back" kommt bei horse and i und nicht bei whats a girl to do vor. wäre ja sonst nicht besonders konsistent..

  • User: Schlüter Zwei
  • Schlüter Zwei 23.03.2009 | 23:29:37

    Neues Album namens "Two Suns" kommt die Tage. Und scheint großartig zu werden...

  • User: snorej
  • snorej 24.03.2009 | 08:28:12

    da bin ich sehr gespannt.

  • User: Vaudville
  • Vaudville 24.03.2009 | 09:52:54

    es ist großartig.

  • User: Gerd Rubenbauer
  • Gerd Rubenbauer 25.03.2009 | 02:45:23

    Nach dem 1. Hören kann ich diese Einschätzung überhaupt nicht teilen.

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