BEWERTEN
 

Sigur Rós

»Heima (DVD)«

[Emi]

Text: Jennifer Merget

&
Hvarf (CD)
Emi

Und ewig lockt die Transzendenz. Die Isländer Sigur Rós lösen seit ihrem atemraubenden Einschlag vor nun auch schon vier Jahren Orte, Zeit und Klänge auf. Und schaffen eine umschmeichelnde Situation, die noch über den letzten Ton der Alben anhält. Bisschen Trip war das immer schon - und daran ändert sich auch mit \\"Hvarf\\" nichts.


Der Gesang schwirrt in gedehnter Kopfstimme über der Band, die erneut an ihrer Version von Hypnose strickt. \\"Hvarf\\" ist, wenn man das bei Sigur Rós sagen kann, etwas songorientierter ausgefallen, richtig verzerrte Gitarren und fast so was wie Tempo gibt es. Doch dieser Spuk ist nach fünf (eigentlich ja nur drei, wenn man Bearbeitungen nicht zählt) neuen Songs auch vorbei, dann folgen akustische Versionen alter Stücke (u. a. \\"Ágaetis Byrjun\\"). Parallel veröffentlichen Sigur Rós mit \\"Heima\\" einen richtigen Bandfilm. Na ja, Spinal Tap werden die vier nicht mehr werden, und Auskunftsfreude kann man sich auch ekstatischer vorstellen, aber was soll's? Man kommt der Band nah wie nie. Das Package erinnert bisschen an Tortoise, die zuletzt ja auch eine ähnliche Werkschau rausgebracht haben. Bisschen zurückschauen auf die Schule für Kunststudenten und Esoteriker, die man beeinflusst hat. Und wenn die Musik läuft, ist der ganze Kokolores drum herum eh sofort egal. Gut so.



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aus Intro #155 (November 2007)
 
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