Oh No Ono
»Yes«
[Morningside / Cargo / VÖ: 09.11.2007 ]
Text:
Benjamin Walter
Hat nicht jemand Schlaues mal verkündet, dass gute Popmusik und nervige Popmusik keinen zwingenden Widerspruch darstellen? Wenn nicht, will ich es hiermit nachholen und ziehe als Beweis das Album \\"Yes\\" von der dänischen Band Oh No Ono aus dem Zylinder. Dort wird von den Beatles über Bowie und Brian Wilson, von Kraftwerk-Sounds und 80s-Synthie-Pop bis zu Hektik im Devo-Style mit Quietschboysgesang wirklich alles zusammengerührt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, aber die Band bedient sich dabei nicht nur der offensichtlich erfolgreichen Ideen ihrer Vorbilder, sondern baut sich auch aus deren Schrägheit, den Brüchen und der gern übersehenen Komplexität ihren eigenen Musikentwurf zusammen.
Und als Ergebnis stehen da dann eben keine letztendlich öden Stampfer für die Indie-Diskothek, sondern elf in ihrer Überdrehtheit perfekte Popsongs voller genial-bescheuerter Ideen. Es mag zwar für verblödete Radiohörer vielleicht etwas anstrengend sein, wenn einem eine catchy Disco-Melodie immer nur ein paar Takte lang gegönnt wird, um dann vom nächsten irren Einfall abgelöst zu werden, aber was sollen Oh No Ono denn machen, wenn sie so viel zu geben haben? Und da müssen wir jetzt alle durch. Oh No? Yes!
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