BEWERTEN
 

Kate Nash

»Made Of Bricks«

[Polydor / Universal / VÖ: 24.10.2007 ]

Text: Philipp Jedicke

Kate Nash ist blutjung, hat aber eine Stimme wie nach zwanzig Jahren Suff und Rauchen und schreibt Hits mit einer atemraubenden Zielsicherheit. Zwölf kleine Pop-Perlen finden sich auf dem Debüt des britischen Charts-Wunders, allesamt aufs Wesentliche reduziert, sowohl musikalisch als auch textlich. Produziert ist das Ganze zwar wie ein veritables Popalbum, aber man hört den Songs stets die einfache, am Klavier oder an der Gitarre geschriebene Struktur an - wie es sich für eine klassische Songwriterin gehört.


Die Texte sind Momentaufnahmen aus dem Alltag, unprätentiöse Vignetten voller Situationen und Dialoge aus dem sogenannten wahren Leben. Die Liebe kommt in all ihren Variationen vor: die unerfüllte, die enttäuschte, die entstehende. Als gebürtige Londonerin trägt Nash ihre Lieder mit authentischem Cockney-Einschlag vor, gibt sich mal nachdenklich (in \\"Foundations\\"), mal romantisch (\\"Birds\\") oder wie im versponnenen \\"Mariella\\" trotzig wie das Mädchen, von dem sie singt: ein Bartleby-Charakter, der sich die Lippen zuklebt, um nie mehr sprechen zu müssen. Der einzige Schwachpunkt an dieser verspielten Songsammlung ist das doofe Intro \\"Play\\". Ansonsten handelt es sich hierbei um ein schönes, konsequentes Popalbum mit Wurzeln sowohl im Songwritertum als auch im Indiepop.



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