Feu Thérèse
»Ça Va Cogner«
[Constellation / Al!ve / VÖ: 05.10.2007 ]
Text:
Thomas Renz
Mit Feu Thérèse ist Jonathan Parant, der ehemalige Gitarrist von Fly Pan Am, endgültig über dem undurchdringlichen Dschungel der Musikgeschichte abgestürzt, wo er dem Ächzen der uralten Stammbäume lauscht, die sich unter der fruchtbaren Last der Jahrzehnte biegen. Zusammen mit drei hungrigen Mitmusikern verleibt er sich an diesem einsamen Ort fortan alles ein, was halbwegs verdaulich erscheint.
Morgens knackt in der Ferne ein Bass wie bei der deutschen Titelmelodie von \\"Captain Future\\", mittags zwitschert ein analoges Keyboard hoch oben in Krautrock-Sphären, abends hört man den \\"Blair Witch\\"-Kinderchor mit Trommeln üben, und wenn es Nacht ist, erscheint Serge Gainsbourg im Traum. \\"Ça Va Cogner\\" klingt ungefähr so, wie sich ZDF-Geschichtsexperte Guido Knopp in den Siebzigerjahren die Zukunft der Musik vorgestellt haben muss: irgendwie bieder, aber gleichzeitig verlockend pervers. Feu Thérèse sind genauso Schlager wie Noise Rock, und jedes Wort, das man über die Kanadier verliert, wird sich hinterher als falsch herausstellen. Das Einzige, was Gültigkeit besitzt, ist wie so oft ein Satz von Karl Valentin: \\"Früher war die Zukunft auch besser.\\"
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