Wzt Hearts
»Threads Rope Spell Making Your Bones«
[Carpark / Cargo / VÖ: 19.09.2007 ]
Text:
Joachim Henn
&
Eric Copeland
Hermaphrodite
Paw Tracks / Cargo
Hinter Wzt Hearts, die sich \\\\"Wet Hearts\\\\" aussprechen, verbergen sich vier Soundtüftler aus Baltimore, die auf ihrem zweiten Album jede Menge analogen und digitalen Datennebel bzw. weißen Lärm steigen lassen. Das erinnert stellenweise an die frühen Pluramon, besonders, wenn mittels überwiegend perkussiv eingesetztem Schlagzeug auf eine schleichende Weise Dynamik (hier allerdings ohne Drive) erzeugt wird, die abrupt wieder abbricht und Weiterführungen stets nur andeutet. Die Gefüge sind ebenso stabil wie reduziert, sodass eine einzige Glockenharmonie wie bei \\\\"Jeep Utzi\\\\", die sich in all die Rauschfahnen hineinschiebt, fast schon einer monumentalen Erhebung gleichkommt oder allein anschwellende Gitarren, die in \\\\"Viszla\\\\" münden, den dynamischen Höhepunkt des Albums markieren. Doch auch bei diesen konkreteren Momenten bleibt die Soundanordnung insgesamt flüchtig. Eine Musik der Anfänge, der Intros - und damit immer auch eine der Übergänge.
Dies kann man von Eric Copelands Solodebüt \\\\"Hermaphrodite\\\\" nicht eben behaupten. Der Black-Dice-Sänger, dessen Projekt Terrestrial Tones (mit Animal Collectives Avey Tare, siehe letzte Ausgabe) momentan ruht, legt vor dem für Oktober angekündigten Album seiner Hauptband ein Werk vor, das mit minimalen Mitteln auskommt, unterschiedlichste Klangarten von Hula-Sounds bis zum Weltraumempfänger kombiniert, dabei den Charakter von abstraktem und etwas sterilem Laptop-Ambient aber nicht immer abstreifen kann.
Häufig verharren die Tracks in einer schnell entfalteten Grundstimmung, zusätzliche Schichtungen dienen allein der Verstärkung, sodass die Soundscapes aufgrund ihrer Länge manchmal fast schon klaustrophobisch wirken. Als solche identifizierbare computergenerierte Effekte tun ihr Übriges. Stark dagegen die Momente, in denen nicht alle Signale die Nase platt zu drücken drohen, etwa bei \\\\"Spacehead\\\\", bei dem unterschiedliche Räume in den beiden Parts kombiniert werden, oder dem Titelstück, das ein großes Ausholen zumindest andeutet und mit feinen Überblendungen aufwartet. Das Aufwerfen von Gegensätzen, also unterschiedlichen Stimmungen, gelingt zwar mitunter auf überraschende Weise, atmosphärische Dichte bleibt hierbei machartbedingt aber häufig auf der Strecke.
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