Underworld
»Oblivion With Bells«
Text:
linus volkmann
[2 Kommentare]
Achtung Tresen-These: Underworld besetzen in England die popkulturelle Nische, die in Deutschland Scooter innehat. Sie sind also die populäre Rave-Band für Leute, die sonst nicht so recht mit elektronischer (Tanz-) Musik in Berührung kommen und die, statt zu Musik zu tanzen, ohnehin lieber dazu saufen und grölen. Trotz dieser Gemeinsamkeit klingt die deutsche Variante dabei nur nach frei- bzw. unfreiwilliger Komik, während die englische Entsprechung musikalisch zumindest in einiger Vorzeit durchaus in der Lage war, progressive Entwürfe für den Großraum vorzulegen.
Also, was soll das jetzt bitte heißen? Ist der Vergleich scheiße oder doch Deutschland und sein Dancepop-Verständnis? Oder nur Deutschland? Das sollen außerirdische Invasoren irgendwann mal entscheiden. Im Hier und Jetzt liegt aber gerade eine neue Underworld an. Weniger stylo-prollig als zuletzt, aber auf die lange Strecke auch ziemlich zerfahren. Es wirkt bisschen so, als hätte man die Anfänge von diversen Platten, die möglich gewesen wären, zu einer zusammengefasst.
Völlig entschleunigter Trance neben Streets-inspiriertem Cockney-Sprechgesang vor dem Hintergrund einer spartanischen rhythmischen Fläche neben krautigem Electro mit viel cheesy Keyboardsounds und so weiter. Na ja, da muss man schon Komplettist sein, um sich das ernsthaft in den Schrank stellen zu wollen. Viel interessanter wird sicher der Konnex, der sich ergibt, wenn demnächst ihre Tour mit Digitalism startet.
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defrost 20.09.2007 | 17:39:07
Diese Zeile bitte ignorieren.
Jetzt habe ich zumindest schon mal gelernt, daß ich offenbar ein Komplettist bin, denn ich will mir dieses Album ernsthaft in den Schrank stellen.
Was aber kann ich darüberhinaus noch durch die Tresen-These über mich lernen? Hmm, also Scooter habe ich null im Schrank, denn dafür ist wegen der Tassen kein Platz.
Der weitere Inhalt meines Schrankes weist eine sehr große Menge unterschiedlichster elektronischer (Tanz-) Musik auf. Ich tanze aber nicht mehr so oft (der Rücken und so). Wenn ich saufen und grölen will, lege ich lieber AC/DC auf.
Heißt: aus meiner Perspektive ist der Vergleich scheiße, das deutsche Dancepop-Verständnis wahrscheinlich auch, und Deutschland selbst... das würde nun zu weit führen und hat wenig mit Musik zu tun.
Nun habe ich das neue Underworld-Album zwar noch nicht gehört, komme aber insgesamt zu der Erkenntnis, daß ich sogar ein außerirdischer Komplettist zu sein scheine, aber ohne dabei zu den Invasoren zu gehören (ich beobachte nur).
Oder habe ich jetzt doch wieder mal irgendwas falsch verstanden? Erdlinge, eure Kommunikation ist manchmal schwer zu durchschauen.
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