BEWERTEN
 

Iron And Wine

»The Sheperd's Dog«

[Sub Pop / Cargo]

Text: Christian Steinbrink

Wer die Chance hatte, in den letzten Monaten ein Iron-And-Wine-Konzert anzusehen, erahnte es schon: Sam Beam und seine Schergen sind nicht mehr die süße, folkig angehauchte Indieband, die sie zu Zeiten von \"The Creek Drank The Cradle\" waren. Auf \"The Sheperd's Dog\" manifestiert sich diese Entwicklung nun vollends. Ihr Stil ist vielfältiger geworden, jedoch auch lange nicht mehr so songorientiert catchy wie zuvor.


In viel klassischerem Folk und Blues verwurzelt, tragen die zwölf neuen Stücke aber auch eine unerwartet jammige, auf die 70er rekurrierende Atmosphäre. Beams Stimme ist durchgängig sanfter geworden, sie entspricht noch mehr dem impressionistisch hellen Gesang von Nick Drake. Ausgiebige Percussions und ausschweifende Solopassagen erinnern zum einen an die eigentlich längst vergessenen experimentellen Soloausflüge von Paul Simon, machen die Platte zum anderen aber auch voller und musikalisch vielschichtiger als jedes Iron-And-Wine-Album zuvor. Und doch - das Album wird lang nicht jedem Fan gefallen, viele werden sich die von ihnen heiß geliebten \"alten\" I&W zurückwünschen. Aber immerhin kann man behaupten, eine so nicht wirklich erwartbare Entwicklung miterlebt zu haben. Passiert ja auch nicht allzu oft.



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