BEWERTEN
 

PJ Harvey

»White Chalk«

[Island / Universal / VÖ: 19.09.2007 ]

Text: Philipp Jedicke
[21 Kommentare]

Was ist passiert, Polly Jean? Für krasse Stilwechsel von Album zu Album war sie ja schon immer bekannt, aber was PJ Harvey hier nach den energischen Ausbrüchen von \\"Uh Huh Her\\" serviert, ist mit Abstand die radikalste musikalische Kehrtwendung ihrer Karriere: Kaum Gitarre ist zu hören, dafür jede Menge Tasteninstrumente von Flügel über ein verstimmtes Schifferklavier bis hin zum Cembalo. Nicht ein einziges Mal singt sie in gewohnt kräftiger Manier, stattdessen haucht sie hörbar deprimiert ins Mikrofon oder jault in \\"Grow Grow Grow\\" schmerzvoll auf, um kurz darauf entrückt zu fiepen.


Doch es sind nicht nur traurige, sondern zum ersten Mal bei Harvey auch richtig schwache Songs dabei: Der Titeltrack \\"White Chalk\\", der einzige mit Gitarre, hört sich an wie eine müde Parodie auf Mazzy Star, und das finale \\"The Mountain\\" beginnt als Lektion in Langeweile und endet schlicht nervig. Schon das Cover verheißt nichts Gutes: Statt cool und arrogant wie beim letzten Mal starrt Harvey - in ein altertümliches weißes Kleid gewandet - wirr gelockt und gleichgültig ins Leere. \\"Dear darkness, would you cover me again\\" - diese Songzeile könnte man auch als Motto dem gesamten Album voranstellen. Für einen reinen Überraschungseffekt ist Harvey eine viel zu ernsthafte Künstlerin, also kann sie sich nur zum Ziel gesetzt haben, das Feelbad-Album des Jahres aufzunehmen. Und das hat sie geschafft.



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  • wiesogesperrt 20.09.2007 | 19:50:21

    Noch keine Kommentare dazu? Das Cover ist ja wohl noch mehr als die Musik Geschmacksache, nicht unbedingt Teil einer guten Review das so negativ zu bewerten. Mir gefällt das Cover.

    PJ in Sachen Album so hart anzugehen ist mutig, mal schauen wie die anderen Meinungen ausfallen werden.

  • User: interzeptor
  • interzeptor 21.09.2007 | 08:10:00

    ich kann beim besten willen keine schlechten songs auf dem album entdecken. im gegenteil - ich finde diese vö recht erfrischend. eben nicht immer und unbedingt auf der suche nach dem ultimativen (meist aber eh nur schnelllebigen) kick sein. inhalte (und die entsprechenden gefühlswelten) standen bei pj harvey ja schon immer eher im vordergrund als deren musikalische umsetzung. (vielleicht ist das eben alles einfach altersentsprechend - sowohl bezüglich pj als auch der hörerschaft gemeint...). sehr genehm empfinde ich auch die nicht unnötig aufgeblasene spieldauer des neuen longplayers.

  • drivenstate 21.09.2007 | 09:25:50
    ich bin hier falsch
    ach da musste wohl wieder jemand seine verriss-statistik ausgleichen. wohl diesen monat schon zu viele lobeshymnen geschrieben, was?

    super album!! die frau traut sich was und ist eh nicht auf bekackte reviews angewiesen.
    "feelbad-album".. ich glaub es hackt!!

  • Dschinnbott 21.09.2007 | 09:36:23
    ????&#
    Schon das Cover verheißt nichts Gutes: Statt cool und arrogant wie beim letzten Mal starrt Harvey - in ein altertümliches weißes Kleid gewandet - wirr gelockt und gleichgültig ins Leere.

    hahaha, das ist echt mal dämlich

  • User: ocean_pie
  • ocean_pie 21.09.2007 | 12:29:13
    von Schnäbeln
    Hat Intro ein Problem mit eher traurigen Songs? Passt anscheinend nicht ins Hipster-Schema - nicht "cool und arrogant" genug. Umso gespannter bin ich jetzt auf die Platte...

  • Andrew Largeman 21.09.2007 | 16:58:28

    Peinliche Besprechung, ja. Den Namen des Rezensenten habe ich allerdings noch nie gehört, es gibt also Hoffnung darauf, dass er auch in Zukunft nicht mehr auftauchen wird.

    Tolle Platte.

  • User: Bokoffzki
  • Bokoffzki 21.09.2007 | 20:50:58
    edith die sau
    finde die platte den hammer. ist doch wunderbar, wie sie es mit ungewohnter instrumentierung trotzdem hinkriegt, so intensiv und fragil und entschlossen zu klingen.

  • User: Fincher
  • Fincher 21.09.2007 | 22:14:51
    North Rhine-Westphalian Scum
    Beim ersten Hören sind mir viel Gejaule und Elfengesang aufgefallen, aber leider keine guten Songs. Das war eher eine enervierende Angelegenheit.

  • User: extravagant
  • extravagant 22.09.2007 | 11:59:28

    muss ehrlich gestehen: nach vier songs hab ich aufgegeben.

  • User: swiss_slacker
  • swiss_slacker 23.09.2007 | 16:34:37
    Popsau & Chüngelzüchter
    cover ist super. nur die verpackung ist sehr lausig.
    musikalisch finde ich es, verglichen mit dem letzten album, eine offenbarung. kommt zwar nicht ganz an ihre topplatten ran, aber hey, ich hab sie auch erst 3x gehört. erste eindrücke sind aber wirklich gut. perfekter soundtrack für den kommenden herbst/winter und die tage auf meinem neuen ledersofa.

  • wahr 24.09.2007 | 18:14:14
    Hausmeister TUWP
    cover ist super. nur die verpackung ist sehr lausig.

    cover ist super, finde ich auch. großartiges foto, ebenso wie das innenliegende. in der letzten wire (mit PJ als coverstar) sind noch mehr fotos auf denen sie dieses ganz wundervolle kostüm trägt. man sieht, wie die zarten fäden am saum herausragen wie in auflösung begriffen. passt perfekt zum ätherischen flüstern ihrer sonntagskirchenstimme auf white chalk.

    die rezension im intro ist tatsächlich eine stümperhafte frechheit.

    verpackung ist lausig? du meinst, weil die cd wie eine lp verpackt ist (schmales pappcover, papierendes inlay, in der die CD wie eine LP liegt)? ich hätte mir diese art der verpackung von anfang an bei cds gewünscht, dann würde man jetzt nur 1/3 des platzes benötigen für seine cd's. ausserdem hätte man unmengen an schraddeligem plastik einsparen können.

  • wahr 25.09.2007 | 00:20:03
    Hausmeister TUWP
    Danke für dein Lob, aber das Introiden-Volk weiss, dass White Chalk eine gute Platte ist und hat sich schon zurecht über den Verriss (und die Art des Verrisses) beschwert. Eine Rezension ist also gar nicht mehr nötig.

  • User: nakata
  • nakata 25.09.2007 | 01:45:25
    ... come into my sleep ...
    die rezension im intro ist tatsächlich eine stümperhafte frechheit (wahr;18:14:14 ), vor allem im Zusammenhang mit den Worten ist Harvey eine viel zu ernsthafte Künstlerin (Rezension) trifft es ziemlich genau. Danke dafür. (Von mir eine Stimme mehr für eine neue "rezi").

  • User: Bokoffzki
  • Bokoffzki 25.09.2007 | 10:12:56
    edith die sau
    es gibt nur eines auszusetzen an dieser wunderbaren scheibe. sie ist viel zu kurz.

  • User: ocean_pie
  • ocean_pie 26.09.2007 | 12:18:01
    von Schnäbeln
    So, jetzt habe ich sie auch intensiv gehört und finde sie toll - wird wohl meine Platte für den Herbst. Wunderschön fragil und intensiv, erinnert in der Instrumentation ein bißchen an die "You Are Free" von Cat Power (liegt wohl am Klavier), der Gesang stellenweise an CocoRosie, bei einem Stück (ich glaube es war "The Piano", bin aber mit den Titeln noch nicht ganz fit) noch musste ich an Laura Veirs denken. Viele sympathische Referenzen also. Beeindruckend ist auch, dass sie gerade mal eben angefangen hat, Klavier zu lernen und dann gleich solche Songs darauf komponiert.

    Was die Verpackung angeht, schließe ich mich wahr an: lausig ist die ganz und gar nicht, im Gegenteil, das LP-hafte der Hülle hat Stil. Allerdings bin ich auch ziemlicher Papphüllen-Freak (das kompensiert wohl den mir fehlenden Plattenspieler und gibt zumindest ein bißchen Vinyl-Flair - so meine küchentischpsychologische Vermutung).

    Daher: feine Scheibe, feine Songs, feine Verpackung.

  • User: Nukeman
  • Nukeman 27.09.2007 | 15:53:11

    tolle platte, aber sicher nicht ihre beste.

  • User: rockotron
  • rockotron 24.12.2007 | 13:23:31
    lackaffe
    spät entdeckt ist die platte noch aus dem stand in die top 20 meiner jahrescharts gehüpft. ganz wunderbar. das erste pj harvey-album, dass ich gekauft habe, seit "to bring you my love".

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