Grayskul
»Bloody Radio«
[Rhymesayers / Rough Trade / VÖ: 07.09.2007 ]
Text:
Heiko Behr
Das Label Rhymesayers aus Minneapolis hat im Laufe der letzten Jahre eine ganze Welt jenseits des Klingelton-Rap vor uns ausgebreitet - damit kann man momentan erwartungsgemäß eher im Underground punkten als in den Charts. Atmosphere, The Coup oder Alben wie \\"Mm ... Food\\" von MF Doom bedienen eine zunehmend schrumpfende Hörerschaft: die Backpacker, die Politisierten, die Abseitigen.
Das wird sich nicht ändern mit dem sicherlich avancierten neuen Album von Grayskul. Deren Mitglieder Onry Ozzborn und JFK arbeiten gern konzeptionell. Auf dem Vorgänger \\"Deadlivers\\" spielten sie noch die Charaktere Reason und Fiddleback Recluse, jetzt agieren sie als Count Draven und Count Magnus. Dieser filmischen Idee folgend, ziehen die Songs in nebulösen, schlierigen Schwaden am Hörer vorbei. Es geht um Atmosphäre, selten wird hier auf den Punkt produziert. In den USA wird das zum Duo geschrumpfte Projekt in den üblichen Kreisen gefeiert, mir scheint sich hier nur eine gewisse Hilflosigkeit auszudrücken: musikalisch alles andere als packend, textlich schwer nachvollziehbar. Wie soll das alles weitergehen?
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