BEWERTEN
 

Dúné

»We Are In There, You Are Out Here«

[Columbia / SonyBMG / VÖ: 05.10.2007 ]

Text: Henrik Drüner

Kaum einer denkt beim Stichwort \\"Dänemark\\" als Erstes an Musik. Eher kommen einem dabei attraktive Menschen beiderlei Geschlechts, Arne-Jacobsen-Architektur, Hot Dogs, der letzte verregnete Campingurlaub oder die exzessive Abi-Fahrt zum Ringkøbing Fjord, bei der sämtliche angemieteten Ferienhäuser komplett zerlegt wurden, in den Sinn. Vielleicht könnte dieses Manko durch Dúné behoben werden, ein dänisches Septett, das unsere nördlichen Nachbarn bereits in Verzücken versetzt. Durchschnittsalter der Musiker: 18 Jahre. Durchschnittsalter der Fans: wohl eher darunter.


Gleich vier Gitarren treiben die Songs nach vorne und setzen Melodie-Widerhaken, der beharrliche Achtel-Bass und ein Synthesizer-Teppich runden ab, was Sänger Mattias Kolstrup in seinen engen Jeans aus der Stimme rausholt. Ungebremst und äußerst dynamisch ziehen die eingängigen Songs durchs Album, das laut Info unbeschwert Elemente aus \\"60s-Rock, 70s-Punk, 80s-Pop und 90s-Indierock\\" vermischt. Gekürt wurde dieser stilistische Husarenstreich mit einer eigenen, noch nie da gewesenen Genrebezeichnung: Indielectrock. Doch irgendwie wird man den ersten Eindruck nicht los, dass hier ein perfektes Marketingprodukt seinen Weg geht. Ein Hörreflex, den man nicht unterdrücken kann. So bleibt kein Song ohne Verweise an The Killers, Billy Talent und allem, was das vereinte Königreich in den letzten Jahren so hervorgebracht hat. Doch Dúné sind jung, Jugendliche finden sie süß, und sie wollen den Erfolg. Sollen sie haben.



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