BEWERTEN
 

Nick Drake

»Family Tree«

[Island / Universal / VÖ: 28.08.2007 ]

Text: Frank Schuster

Nick Drake zu einem seiner Vorbilder zu erklären ist ja mittlerweile inflationär. Die Zahl seiner Adepten ist Legion, sie reicht von Coldplay über Belle & Sebastian bis Elliott Smith. Aus heutiger Sicht unverständlich, war der sensible, 1974 im Alter von nur 26 Jahren an einer Überdosis Antidepressiva gestorbene Sänger zu Lebzeiten erfolglos. Im Laufe der Jahre pilgerten jedoch immer mehr Fans zu seinem Elternhaus in Tanworth in Arden; Mutter und Vater begrüßten die Gäste liebevoll und gaben ihnen sogar Aufnahmen mit, die ihr Sohn am heimischen Tonbandgerät eingespielt hatte und die später als Bootlegs kursierten.


Teile davon sind nun auf dem Album \\"Family Tree\\" versammelt, hinzu kommen Aufnahmen, die ein Unbekannter in Aix en Provence gemacht hat (meist Coversongs, Dylan und Jansch), sowie in Cambridge entstandene Frühfassungen von \\"Day Is Done\\" und \\"Way To Blue\\" - die einzigen Songs der Kollektion, die auf späteren Studioalben landeten. Offenbarungen sind indes Eigenkompositionen wie \\"Come Into The Garden\\" oder \\"They're Leaving Me Behind\\". Ansonsten beschleicht einen - wie bei fast allen posthumen Veröffentlichungen - das gemischte Gefühl, Zeuge einer Leichenfledderei zu werden und sich gleichzeitig über die für einen abfallenden vielen Bonusgeschenke zu freuen.



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