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Young Galaxy

»Young Galaxy«

[Arts & Crafts / Al!ve / VÖ: 14.09.2007 ]

Text: Christian Steinbrink

Es gäbe wahrlich viele Gründe, diese Platte früh zu disqualifizieren: Der Titel ist grässlich, das Cover zumindest problematisch und die Texte sind - wenigstens auf den ersten Eindruck - ähm, platteste Eso-Rhetorik. Sie fängt an mit etwas, was man Air auf Indie nennen könnte, und auch der Kollege, der zunächst einfach nur Coldplay vermutete, hat irgendwie recht. Mit anderen tollen Arts&Crafts-Bands wie Broken Social Scene oder Most Serene Republic haben Young Galaxy, ein gemischtes Duo aus Montreal, nichts zu tun, allenfalls noch mit Stars. Trotz all dieser zumeist negativ konnotierten Merkmale - diese Platte ist großartig. Vermutlich sogar der frischeste Entwurf von Synthie-lastigem Wavepop seit langem.

Natürlich erinnert hier einiges an Bands von Cure über New Order bis Interpol, die Atmosphäre der Stücke wirkt aber zumeist subtiler und differenzierter als bei vielen zeitgenössischen Genreverwandten. Während die meisten Songs an sich starke Folk-Wurzeln offenbaren, sind die umgebenden Sounds so geschickt und großartig eingesetzt, dass es über alle eingangs erwähnten Makel hinwegreicht. Selten ist ein Stück mal richtig auf Rock getrimmt, meist ist der Grundton ein ruhiger, bedächtiger, der zudem eine Menge Platz für klangliches Ornament lässt. Das die Band dann auch vorzüglich zu füllen weiß. Also irgendwie doch Air auf Indie, aber die Musik ist noch verheißungsvoller als dieser Vergleich.



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