Devastations
»Yes, U«
Text:
Martin Riemann
Wie ein düsterer Fluch liegen Verweise zu Nick Cave und seinen schlechten Samen auf dieser Band. Sie stammen aus derselben Heimat wie der morbide Dandy, ihr Sänger Conrad Standish hat ein ähnlich fatalistisches Timbre, und die Inhalte der Songs drehen sich mit Titeln wie \\"The Pest\\", \\"Misericordia\\" oder \\"The Saddest Sound\\" hingebungsvoll um die feuchten Schattenplätze deines Lebens. Trotzdem möchte man ob dieser mühlsteinschweren Referenz jetzt endlich \\"Großes Unrecht!\\" schreien, denn das, was Cave aus knorrigen Wurzeln schnitzt, wird hier aus feinstem Ebenholz hergestellt.
Viel schimmernder und leuchtender sind die Oberflächen der dunklen Tümpel, viel subtiler die Schallwellen, die sich auf ihnen ausbreiten. Die Devastations sind auf eine unglaublich doomige Weise vom Schicksal fasziniert und erinnern mit ihren lasziven Arrangements viel stärker an namhafte europäische Filmkomponisten, den dekadenten Pop von Married Monk oder sogar an Bohren & Der Club Of Gore. Schon wieder Verweise? Ja, aber die sollen nur zeigen, wie weit dieses Album das Farbspektrum von Schwarz auszuweiten weiß. Pathos kann so sexy sein.
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