Mob
»Polygon«
[Quartermain / Broken Silence / VÖ: 17.08.2007 ]
Text:
Henrik Drüner
Da sind sie wieder, die zwei Charakteristika des dänischen Fünfers Mob: Sie glauben an die Schönheit von Krach und an das moralische Dilemma, das das Streben nach Veränderung bei gleichzeitigem Bedürfnis von Stetigkeit mit sich bringt. Drei Alben haben die Kopenhagener seit 1999 veröffentlicht, zuletzt vor zwei Jahren \\"We All Repeat The Past\\", und unnachahmlich erkunden sie die feinen Unterschiede zwischen musikalischen Stimmungen, erleuchten die Grauzonen von Atmosphäre und Emotionen. \\"Polygon\\" ist nur eine EP, vier Stücke, 20 Minuten. Doch jeder der vier Songs hilft eifrig mit beim Bau einer glühenden Distortion-Wand. Stein auf Stein. Durch die Wechsel in Dynamik und Harmonien entstehen Sounds voll bleischwerer Nebelschwaden, aus denen Wortfetzen dringen. Einzelne luftige Zwischenspiele wirken wie Schmetterlinge, die plötzlich von einem 10-Tonner mitgerissen werden.
Das kennen und lieben wir auch bei Mogwai, bei der Intensität von Motorpsycho oder frühen Helmet-Platten, wenn alle Instrumente in dieselbe Richtung drücken. Sänger und Gitarrist Morten Haaber reibt sich am Refrain von \\"Wait For Me\\" auf, wiederholt die Zeile herzzerreißend oft und unterzieht seine Stimmbänder einer Zerreißprobe. Am Ende verglühen die Feedbackorgien im Off. Zurück bleiben offene Münder.
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