BEWERTEN
 

Jingo De Lunch

»The Independent Years«

[Rookie / Cargo / VÖ: 07.09.2007 ]

Text: Ulf Imwiehe

Von Jingo De Lunch zu berichten ist, als würde Opa von seinen Kriegsabenteuern schwärmen. Da ging damals was ab in Berlin, Anfang der 90er. Da knallten ein paar wilde Kerle Hardcore-Einflüsse mit ordentlich Rock'n'Roll, Blues, Metal und poppigem Punk zusammen, und ihre charismatische Sängerin Yvonne Ducksworth dirigierte dazu die nach Bier und frischen Sounds gierenden Massen. Somit gehörten Jingo De Lunch hierzulande zur Speerspitze des Crossovers, der bald als Alternative-Rock half, tonnenweise Lifestyle zu verkaufen. Auch die Jingos sollten damals mit aller Macht gebreakt werden, schafften es aber trotz massiver Medienpräsenz nie nach ganz oben.


Nun steht die Tour zum 20. Jubiläum an, und die ganzen ollen Hits sind in einem handlichen, von der Band höchstselbst kompilierten, klanglich für die Gegenwart fitgespritzten Best-of-Package abzugreifen. Das kracht, das macht Spaß, und trotzdem ändert es nichts daran, dass Yvonne Ducksworth zwar eine fantastische Stimme hat, aber oft dermaßen schrecklich neben der Spur singt, bis sich Blutblasen auf den Trommelfellen bilden. Doch genau dies machte Jingo De Lunch ja so einzigartig. Ungeachtet einiger verpupter Dad-Rock-Momente und grauenvoller Soli: ganz gut gealtert, der Scheiß!



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