BEWERTEN
 

The Gaslight Anthem

»Sink Or Swim«

[Gunner / Broken Silence / VÖ: 17.08.2007 ]

Text: Christian Steinbrink

Kürzlich erzählte mein jüngerer Bruder mal wieder von den neuesten Entwicklungen vom Schulhof. Der letzte Trend dort: Emo-Witze. Schon ätzend, wie dort die assoziierten Charakteristika wie Innerlichkeit, Sensibilität oder Selbstzweifel gebasht werden. Auch wenn man nicht vergessen sollte, dass diese ganze Entwicklung von Emo zum herausragenden Modestil unter Bahnhofskids natürlich eine Blase ohne auch nur ansatzweise den moralischen Bedeutungsgehalt von Hardcore ist. The Gaslight Anthem stehen dem entgegen. Aber sie werden mit ihren starken Bezügen auf D.C. Anfang der Achtziger wohl auch nie die Massenwirksamkeit von Billy Talent und Konsorten erreichen. Obwohl sie schon Melodien suchen und finden. Aber ihre Musik ist insgesamt ein ganzes Stück zu rau und rockig, die Vorbilder liegen ganz klar im Kontext rund um Bands wie Hot Water Music.


Hinter denen brauchen sich Gaslight Anthem aber nicht zu verstecken. Ihre Texte sind klasse, emotional und dringlich, der Gesang von Brian Fallon ist hart und kraftvoll, und auch die Songs selbst können etwas, auch wenn sie in wenigen Momenten in eine Art Grölpunk-Stimmung abrutschen. Aber auch das geht irgendwie okay, wenn es heißt: \\"It's all right, man, I'm only bleeding, man. Stay hungry, stay free, and do the best that you can.\\" Man muss nur wissen, was diese Stilart zu geben in der Lage ist und was nicht.



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