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EA80

»Reise«

[Musikzimmer / VÖ: 17.08.2007 ]

Text: Ulf Imwiehe

Es gibt Bands, die fungieren als Katalysatoren der Negativität. Angst, Wut, Trauer rein, Power raus. EA80 gehören nicht dazu. Denn diese vier Musiker sind nicht dazu da, uns zu dienen und Erleichterung zu verschaffen. Dazu ist ihre ästhetische, geschäftliche und stilistische Verweigerungshaltung viel zu ausgeprägt. Katharsis-Dealer ebenso wenig wie Befindlichkeits-Masturbatoren, beschreibt die seit über 25 Jahren aktive Punkrock-Macht aus Mönchengladbach das Dasein so poetisch wie nüchtern. EA80 evozieren in ihrer Musik auch heute noch Bilder von Tristesse und Schönheit und geben dem Gefühl, im nachmittäglichen Dauerregen in der Bauwagensiedlung zu sitzen und sich zugleich als Beobachter und Verstoßener zu fühlen, eine Stimme.


Sie durchdringen, beschwören und fordern auf, versprechen aber nicht, dass alles gut wird, solange die Kids nur ordnungsgemäß united sind und die Regeln einer Szene befolgen, die \\"Freiheit\\" sagt und zu weiten Teilen \\"Lifestyle\\" meint. Keine Furcht vorm Denken, Pathos zum Kumpel, Trübsal als Motor und die Kraft des Nonkonformismus, der Autonomie - nach wie vor beseelen sie die Songs dieser einzigartigen Band. Zum Verkauf aber steht hier rein gar nichts. Schon gar nicht die Erlösung.



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