Chrome Hoof
»Pre-Emptive False Rapture«
[Southern / xx / VÖ: 19.10.2007 ]
Text:
Sebastian Ingenhoff
Im Zentrum der britischen Spektakelband Chrome Hoof stehen die Brüder Leo und Milo Smee. Der eine spielt nebenbei bei den Doom-Metallern Cathedral, der andere ist Mitbegründer des Tanzrockprojektes 5 Mic Cluster, das auf dem legendären Output-Label von Trevor Jackson mal ein paar Stücke veröffentlicht hat. Doom Metal vs. Hipster-Discopunk also. Die Mission ist eindeutig. Der psychedelische Funkjazz von Sun Ra oder Parliament soll auf ziemlich rockistische Weise fortgeführt bzw. neu interpretiert werden. Teilweise klingt das dann, als würde bei !!! oder Battles ein waschechter muskelbepackter Achtzigerjahre-Metal-Schlagzeuger mit immenser Wut auf die Trommeln dreschen. Weiter vorne auf der Bühne dürfen sich die beiden gebuchten Soulsängerinnen dazu austoben und den Stücken den nötigen Groove einhauchen. Zu den Fans der Band zählen bereits die Klaxons, Sun O)) und Jarvis Cocker, von dem man ja auch nicht gedacht hätte, dass dieser zartbesaitete Schmalhüftler solch viriles Geballer goutiert.
Schlussendlich bietet diese Platte nämlich weniger Disco, als der Promozettel noch großspurig versprochen hat. Dafür aber sehr viel Rock. Teilweise klingt das einfach wie Cathedral mit etwas weniger Gitarre, aber dreimal so viel Schlagzeug. Also um einiges breitbeiniger als beispielsweise der fluffige Funkpunk einer Band wie !!!. Für mich persönlich ist das nichts. Heißt aber nichts. Denn ich habe auch nie wirklich verstanden, warum man Bands wie die Melvins oder die Queens Of The Stone Age interessant finden muss. Demnach ist hier also für viele viel drin.
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