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Cepia

»Natura Morta«

[Ghostly International / Rough Trade / VÖ: 19.10.2007 ]

Text: arno raffeiner

Süße Maschinenmusik, sanfte Melodie-Matrix oder doch sonnig-melancholisches Mysterium? \\"SMM\\" lautete das geheimnisvolle Kürzel, mit dem das US-Label Ghostly International vor einiger Zeit auf einer Compilation einen neuen Genrebegriff lanciert hatte. Was genau sich dahinter verbirgt, war nicht so ganz klar, doch zu den verträumten Electronica-Stücken von Huntley Miller alias Cepia, die auf jenem Label-Sampler vertreten waren, schienen diese drei Buchstaben perfekt zu passen. Mit dem ersten Cepia-Album gelingt Miller nun ein weiteres Mal das paradoxe Kunststück, die Uneindeutigkeit von SMM genau auf den Punkt zu bringen. Bei \\"Natura Morta\\" geht es grob gesprochen um Atmosphärenmusik, die sich aufgrund ihrer Ruhe und ihrer gleichzeitigen Freude am Melodischen auch mit dem Schlagwort Pop-Ambient fassen ließe.


Knistern, Wabern und Dröhnen werden von harmonischer Watte und Weichzeichner-Beats in die zuckersüße Popwelt eingemeindet. Dabei wirken die Texturen von Millers instrumentalen Tracks tatsächlich so, als wären sie in Sepia getaucht worden. Diese Computermusik klingt wie vergilbt und hat in den endlosen digitalen Kreisläufen eine dicke Schicht Patina angesetzt, an die es sich behaglich anschmiegen lässt.



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