BEWERTEN
 

Aesop Rock

»None Shall Pass«

[Definitive Jux / Rough Trade / VÖ: 14.08.2007 ]

Text: Heiko Behr

Spricht in HipHopland eigentlich noch irgendjemand vom next Level, das doch bitteschön dringend erreicht werden müsse? Oder geht es nur noch um das ewige Ausdehnen in die Breite einerseits, die immer tiefere Versenkung ins eigene Material andererseits? Auch wenn Labelboss El-P die Messlatte mit seinem diesjährigen Album hoch gelegt hat, Aesop Rock scheint sich nicht recht von der Stelle zu bewegen. Auch auf seinem fünften regulären Studioalbum ist sein Wordplay exzellent, die komplexen Doppelreime sitzen, der Fremdwörterduden ruht wohl immer noch auf seinen Knien. Noch immer bleibt er den Klischee-Codes fern, er ist idiosynkratisch und ganz höchstpersönlich. Ja, er hat seinen Modus Operandi gefunden.


Dieser Ansatz war allerdings auch immer sein Problem: Sein stählerner, stoischer Flow bleibt auf die Dauer allzu einseitig - sogar das Tempo bleibt ähnlich ausgependelt. Kein Hass, keine Wut, kein Enthusiasmus, nur wenig Dynamik. Nirgends. Die Kunst ist es doch, auch den banalsten Quatsch mit einer derartigen Selbstsicherheit vorzutragen, dass sich niemand entziehen kann. So bleibt Aesop Rock ein gewaltiger Hirnfuck. Allein das träge Fleisch bleibt unberührt.



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