BEWERTEN
 

Tiny Vipers

»Hands Across The Void«

[Sub Pop / Cargo / VÖ: 17.07.2007 ]

Text: Henrik Drüner

Es gibt Platten, die einen gewissen Nerv beim Hörer treffen. Es gibt Stimmen, die den Hörer berühren und verzaubern. Man fühlt sich auf direktestem Wege angesprochen von dieser Musik, von den Worten und Tönen, an Stellen, wo die Sonne nie scheint. Beim letzten Mal spürte ich diese unheimliche Kraft auf der Fahrt nach St. Peter-Ording an der Nordsee. Johnny Cash raunte \\"I See A Darkness\\" aus den Autolautsprechern und zwang mich kurzzeitig an den Seitenstreifen. Möglicherweise hat Jesy Fortino aus Seattle auch so eine Gabe. Ihr Debütalbum auf Sub Pop verkörpert die vollkommene Reduktion des Songwritings: Lediglich die gezupften Akkorde der Akustikgitarre unterlegen die teilweise übereinandergeschichteten Gesangsspuren, mit einem Timbre, das an Sarah Assbring alias El Perro Del Mar oder Chan Marshall alias Cat Power erinnert.


Getragen, feierlich, anmutig. \\"Hands Across The Void\\" umfasst sieben Songs - die sind jedoch gesegnet mit einer Ausdruckskraft, für die andere Bands töten würden und deren Gehalt durch kein Doppelalbum der Welt annähernd aufgewogen werden kann. Nur ein wunderschönes Beispiel: \\"On This Side\\". Aber auch \\"Forest On Fire\\" birst förmlich vor Intensität, wenn sich Fortino im Namen ihres Alter Egos einen minutenlangen Kampf mit einem unsichtbaren Gegner liefert. Das Feedback-Gewitter vertont dabei die stählernen Funken, die sich auf der Haut einbrennen. Welch schöner Schmerz.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 
 
Anzeige
 
  • THREADS ZU DIESEM ALBUM

  •  
 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.