Recoil
»subHuman«
[Mute / Emi / VÖ: 17.07.2007 ]
Text:
Heiko Behr
1995 schnitt sich der heroinkranke Dave Gahan voller Verzweiflung die Pulsadern auf. Ein Jahr später überlebte er nur knapp einen Drogencocktail. Kurz gesagt: Depeche Mode waren am Ende. Alan Wilder, einst der Ersatz für Vince Clarke, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Reißleine gezogen und war ausgestiegen. Ein gutes Jahrzehnt später sind DM auf wundersame Weise immer noch da. Ob es Tage gibt, an denen Alan Wilder seine Flucht bereut? Wohl kaum.
Auch mit dem sechsten Album seines Projekts Recoil schreckt er geradezu vor dem Plakativen, dem Eingängigen zurück. Seine detailreichen Songs entwickeln sich - manchmal allzu zäh und gern auch über sechs, sieben Minuten. Den Sound prägt diesmal Joe Richardson, ein Bluessänger, komplett mit eiernden Mundharmonikasoli und griffbrettrutschenden Gitarrenriffs. Der offensichtlich eingeplante Kontrast mit dem Maschinenpark Wilders wirkt dabei leider allzu oft eher obskur als interessant. Es bleibt - ein definitiv sehr eigenständiges Album. Aber wohin führt das? Ich bleibe ratlos zurück.
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