BEWERTEN
 

Portugal.The Man

»Church Mouth«

[Defiance / xx / VÖ: 17.07.2007 ]

Text: Marion Eberl

Hinter dem verwirrend schrägen Bandnamen stecken drei bärtige Musiker aus Wasilla, Alaska und Portland, Oregon, die bereits 2006 mit ihrem Debüt \\"Waiter: ›You Vultures!‹\\" lässig elegant die Grenzen zwischen Whatever-Core, Progrock und Indiepop auflösten. Auch ihr zweites Album \\"Church Mouth\\", das wieder auf dem Kölner Indielabel Defiance Records erscheint, kokettiert mit einer furiosen Stilmixtur. Durch psychedelisch gefärbten Hardrock überwiegend im Stil der Endsechziger bzw. frühen Siebziger wehen schwülstige Arrangements aus mehrstimmigen Chören um den zuweilen schwindelerregenden Falsett-Gesang von John Gourley.


Zwischen energetischen Rhythmus- und Tempowechseln formen sich schmeichelnde Melodien mit 80s-Glam-Elementen, Soul- und Funk-Splittern zu hymnischem Bombastrock wie beispielsweise dem Titelsong. Bei \\"Telling Tellers Tell Me\\" kracht ein massiges Rockriff durch groovenden Blues und insistiert in einem aggressiven HipHop-Moment, das Crossover-Helden der Neunziger zitiert. Warme Akustiktöne dagegen leiten \\"My Mind\\" ein, verdichten sich mit zartem, sehnsuchtsvollem Gesang und melodischen Indie-Gitarren zu einer zuckrigen Popballade.

In \\"The Bottom\\" wiederum treibt die Melodie zwischen Orgelakkorden auf Breakbeats, gebrochen von hypnotisch monotonem Rock. Das virtuose Album schickt den verblüfften Hörer auf einen rasanten Trip durch die Musikgeschichte - zwischen Atemnot und seligem Grinsen. Retro? Ja. Aber in dieser verwegenen Genre-Collage auch irgendwie neu. Und ziemlich großartig.



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