BEWERTEN
 

No Age

»Weirdo Rippers«

[Fat Cat / Pias / xx / VÖ: 17.07.2007 ]

Text: Joachim Henn

\\"Washes of sound\\" sagt der Engländer zu Klangflächen oder -collagen, und diese sind allgegenwärtig auf dem Debütalbum des L.A.-Duos No Age, gepaart freilich mit rockig-eruptiven Noise-Kaskaden. Kompiliert aus den zuvor auf verschiedenen Kleinstlabels gleichzeitig veröffentlichten 7- bzw. 12-Inches, versuchen sich die beiden so an der Verbindung zwischen instrumentalen, fast schon elektronischen Strukturen und Punkrock-Versatzstücken mit Gesang, und das mitunter innerhalb des gleichen Songs. Die mittels ultra-verzerrter Breitwandgitarre erzeugte explosive Dynamik, in die die zwei Minuten selten überschreitenden Stücke teilweise überraschend münden, täuscht darüber hinweg, dass es gerade mal zwei Menschen (unterstützt von vereinzelten Tape-Loops und Overdubs) sind, welche hier Krach schlagen, die Präsenz jedenfalls ist schon auf Tonträger beeindruckend.


Meditative Passagen (wie beim tollen \\"Neck Escaper\\") verwandeln sich mal in trotzige Wut, Ausdrücke von Verweigerungshaltung oder auch Lethargie, das rotzige Klangbild wirkt stellenweise allerdings so, als würde durch die Postproduktion auf die Sprünge geholfen.

Ein Übriges tut der Gesang, in Kopfstimmlage an Jane's Addictions Perry Farell erinnernd (\\"Everybody's Down\\"), in mittleren Gefilden gewollt schief, auch mal als Sprechgesang daherkommend. Diese eigentümliche Ästhetik sorgt dafür, dass die Stücke wohl größer wirken, als sie eigentlich sind, obgleich, keine Frage: das rockt! Live garantiert zur Freude der Ohrstöpsel-Industrie.



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