BEWERTEN
 

Omar Rodriguez Lopez

»Se Dice Bisonte, No Bufalo«

[Gold Standard Laboratories / Cargo / VÖ: 17.07.2007 ]

Text: Ulf Imwiehe

So nervenzerfetzend kann Prog 2.0 klingen. Omar Rodriguez Lopez, Mastermind, Multiinstrumentalist und dauerelektrifizierter Gitarrenschamane der Neo-Progger The Mars Volta, hat sich mit einigen Freunden zusammengetan und ein Soloalbum aus dem Äther gesponnen, das wehtut und dabei bezaubert. Wie eine Fleisch gewordene Explosion der Liebe in der Special-Effects-Abteilung des Instrumentenhandels wühlt und stochert man sich hier munter durch krautige und freejazzige Freak-outs, die zwischen unerträglich preziösem Großkünstler-Gestus und geilem Freifall hin und her cutten. Das klingt gerne mal schrecklich muckerhaft verquast, und mitunter hat es fast schon etwas von nebenbei dahingeworfenen Fingerübungen.


Gleichzeitig aber unterstreicht gerade das Zusammenwirken von komplexer Struktur und ausufernder, hibbeliger Improvisationswut, dass Omar Rodriguez Lopez mittlerweile zu den furchtlosesten, unbequemsten und dabei erratischsten Musiker des Post-Core zählt - das logische Bindeglied zwischen Jimi Hendrix, John Zorn und remixten Cartoon-Soundtracks aus der fünften Dimension.



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