BEWERTEN
 

Alec Empire

»Robot L.O.V.E. EP«

[Eat Your Heart Out / Rough Trade]

Text: Klaas Tigchelaar

Zwei der drei neuen Tracks klingen erstaunlich entspannt, wenn man deinen Backkatalog zum Vergleich heranzieht. Nur eine Laune, oder bist du müde von aggressiven Sounds?
Alec Empire: Meine Tracks haben jetzt einen extrem neuen Sound, der zurzeit am besten zu mir passt. Ich war schon immer großen Stimmungsschwankungen ausgesetzt. Wenn ich mir meine Diskografie ansehe, dann sind da mehr unharte Tracks als allgemein angenommen. Auch meine Remixe fallen meistens nicht so hart aus, wie mir nachgesagt wird. Ich bin hellwach.
Die Nummer “ICE (Dub Instrumental)” klingt schön nach alten Commodore-, Amiga- oder Atari-ST-Sounds. Hast du dich da inspirieren lassen, vielleicht sogar Sounds geholt?
Das sind alles alte analoge Synths und Drummachines. Keine Plug-ins. Für mich ein klarer Bruch mit meiner “digitalen Hardcore”-Vergangenheit. Bei den letzten Konzerten wollten alle im Publikum mitschreien, es kam aber nur ein Flüstern von der Bühne. Diese Gegensätze schaffen eine Spannung, die zwar kalt ist, aber schnell anbrennen kann. In dem Song geht es um eine Beziehung, die ich mal hatte. “She’s got more money than love”, heißt es in der Vocal Version auf dem kommenden Album “The Golden Foretaste Of Heaven”.


Wie kam es zum neuen Label Eat Your Heart Out?
Es ist 2007. Wir saßen an Silvester auf einer Dachterrasse in Berlin und haben unter Feuerwerk entschieden, überschüssige CD-Pressungen von DHR in den darauffolgenden Wochen einstampfen zu lassen, um deren Marktwert zu erhöhen. Da kam uns die Idee zum neuen Label Eat Your Heart Out. Seitdem macht alles mehr Spaß. Wir lieben einfach dieses Gefühl, das Brodeln, wenn alles neu ist.
Siehst du dich eher als Rocker im elektronischen Kontext oder als Elektroniker im Rockkontext?
Zurzeit eher als das Letztere, falls es beides überhaupt noch gibt. Irgendwie ist in mir beides so zusammengekommen, dass ich es selbst nicht mehr auseinanderdividieren kann ... Ich war schon immer eher Sonic-Youth-Fan, der mit Maschinen arbeitet. Und so habe ich auch in der DHR-Zeit Slayer gegenübergestanden. Dass ich kein Rocker sein kann, erkennt man daran, dass ich keine Tattoos trage.



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