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Shout Out Louds

»Our Ill Wills«

[Haldern Pop / Cargo / VÖ: 24.05.2007 ]

Text: Christine Käppeler

Noch ehe ihr Debüt „Howl Howl Gaff Gaff“ außerhalb Schwedens erschien, musste man die Shout Out Louds eigentlich schon lieben. Auf Fotos sahen sie einem Medley der besten Filme Wes Andersons gleich: Sänger Adam Olenius ging als erwachsenes Alter Ego des nerdigen Max Fischers aus „Rushmore“ durch, Ko-Sängerin und Tastenfrau Bebban Stenborg war mit Margot aus den „Royal Tenenbaums“ zu verwechseln. Dass das Quintett aus Stockholm wesentlich klarer im Kopf ist als diese filmischen Charaktere, war aus den gradlinigen Indie-Folk-Songs des Debüts schnell herauszufiltern. Diesen Ansatz setzt „Our Ill Wills“ konsequent und anmutig fort: Olenius’ Stimme klingt klarer, gleitet lückenlos über die Zeilen und zieht dich mit. Brüche sind in kleinen Details versteckt, wie etwa dem Klavier im zweiten Song „Your Parents Livingroom“, das unverwechselbar ein Modell jener Sorte ist, die man in jungen Jahren unter der Ägide einer strengen Dame mit Taktstock gespielt hat. Olenius’ Versprechen „and the smell and the sound and the moving picture can take you back again“ wird von diesem Klang direkt erfüllt. Das schwedische Wort „låter“ heißt kontextbedingt Lied oder lauten/klingen, und so nimmt es kaum Wunder, dass beides hier untrennbar zusammenläuft: Sound, Refrain, Mood und das kleinste Glockenspielthema klingen nach und lassen sich herrlich als Melodie in die noch frische Frühlingsluft pfeifen. Apropos: Mitverursacher der Leichtigkeit und Herzlichkeit dieser Platte ist Produzent Björn Yttling, dessen eigene Band Peter Bjorn And John letztes Jahr ebendiese Reaktion auf direktem Wege provozierte, als sie mit dem Sommerhit „Young Folks“ den Terminus „Hookline“ neu besetzte. Gegen Ende beginnt „Our Ill Wills“ ein wenig zu lahmen. Sei’s drum, dann eben noch einmal von vorne, en gång till. Wer sich nach einigen Runden Rotation etwas mehr Varianz wünscht, dem sei die „Tonight I Have To Leave It“-EP empfohlen, auf welcher der mir bislang unbekannte schwedische Künstler Kleerup und Matthew Hart a.k.a. The Russian Futurists den ersten Song des Albums gen Disco weiterdenken.




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