The National
»Boxer«
[Beggars Banquet / Indigo / VÖ: 18.05.2007 ]
Text:
Christian Wessels
[5 Kommentare]
Sehr geehrte Damen und Herren, Vorhang auf für die erste Platte des Jahres. „Boxer“ ist die logische Fortsetzung des großartigen Vorgängers „Alligator“. Abgehangen und voller eleganter Ideen. Dabei mutig, aber nicht überambitioniert. Das Songwriting des Wahl-New-Yorker Quintetts, diese gleichermaßen sehnsüchtige wie abgeklärte Mischung aus Pop und krudem Folk, ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Endlose Refrains denken nicht an morgen, umgekrempelte Strukturen fragen nicht warum. Die Arrangements sind noch klarer und transparenter geworden, dabei reicher an Klangfarben, gesegnet mit Stimmungen, Abgründen und einem hoffnungsfrohen Subtext. Es gibt mehr Bläser, mehr Streicher, dezent rumorende Gitarren. Matt Berninger singt dazu sonore Melodien, die ein Leben lang halten. 13 Monate Studioarbeit haben The National gebraucht, um diesen wichtigen Schritt weiter zu gehen, weiter loszulassen, mehr zuzulassen. Wieder an ihrer Seite: Produzent Peter Katis, der schon Interpol so unverwechselbar sortiert hat. Berninger und seine Mitmusiker, zwei Brüderpaare, profitieren von dieser Zusammenarbeit genauso wie von den effektvoll eingesetzten Arrangements des australischen Komponisten Padma Newsome (Clogs). Diese Platte schimmert golden. Jeden Tag ein bisschen mehr.
Gitarrist Aaron Dessner erläutert Details:
Ihr selbst habt „Boxer“ als „euphorisches Abschalten“ beschrieben. Was zum Teufel soll das bedeuten?
Es ist das Gefühl, sich zu verstecken – mit jemandem, den man liebt. Ganz absichtlich den Kontakt zur verwirrenden Realität zu verlieren. In den Liedern findet sich gleichzeitig eine gewisse Leichtigkeit, ein Gefühl der Hoffnung, der Euphorie.
In den Texten arbeitet ihr mit assoziativen Bildern. Eigenartigen Bildern.
Matt lässt sich von aufgeschnappten Gesprächen, Büchern und Filmen inspirieren. Er entwickelt daraus bildhafte Collagen, die auf vielerlei Weise gedeutet werden können. Ein und dasselbe Stück kann gleichzeitig ein Lied über häusliches Leben und Politik, über die Stadt und sonst was sein. Jedes Thema kann als Kulisse für ein anderes dienen. Es ist eine merkwürdige Mischung aus Aufrichtigkeit und Leichtsinn.
Eure Einflüsse zu benennen wird immer schwieriger. Also?
Wir nutzen viele „Quellen“ und scheuen uns nicht, Ideen neu zu interpretieren oder zu klauen. Deshalb ist es schwierig, einige wenige Einflüsse zu nennen. Wir alle lieben Bob Dylan, Neil Young, die Pixies, Pavement, The Band, Tom Waits, Nick Cave und The Smiths. Außerdem haben wir viele musikalische Einflüsse außerhalb des Rock/Folk-Spektrums.
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Kommentare
Artikel kommentieren [5]- Mehr Forumsdiskussionen
Hense 23.05.2007 | 20:53:36
Death Metal Master 666
Gute Platte, aber die Leute werden wohl doch lieber den Mist der Editors kaufen. Schade. Und dumm.
wendi 23.05.2007 | 20:56:48
The National - Boxer Thread
was haben denn die editors damit zu tun, aber ich habe es glaube ich noch nicht gesagt, ich find das album auch gut.
Maunz 23.05.2007 | 21:41:01
sehr entspannte Platte, einfach schön
Reverend 19.08.2007 | 11:59:06
war immer aufrichtig
Musste gerade heulen, so schön ist diese Liveversion von "Fake Empire"
Letterman findet´s auch "beeoootiful"!
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