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Sons Of Jim Wayne

»Leaving The Cave«

[Warehouse / Indigo / VÖ: 23.03.2007 ]

Text: Thomas Markus

“Uh, what a morning!” ist die erste Textzeile des vierten Sons-Of-Jim-Wayne-Albums. Klingt wie der erste Kommentar nach einer durchzechten Nacht. Prinzipiell ist die Interpretation gar nicht so abwegig, gelten die beiden Ruhrpottler aus Waltrop doch als feierfreudige Gesellen. In Bezug auf die jüngste Bandgeschichte kann man den Satz jedoch auch anders deuten. Er könnte eine Art Neustart heißen. Die beiden Herren hinter Sons Of Jim Wayne, Bernd Uebelhöde und Stefan Kullik, haben ein Jahr Pause vom Studio-Tour-Turnus genommen. Uebelhöde hat einen Ausflug in die große weite Popwelt unternommen und sich als Banjo-Zupfer von Tip Top, dem Nebenprojekt von Sportfreunde-Stiller-Peter, beim Raab-Song-Contest bewährt. Kullik hat sich als Soundtrack-Schreiber für den Film “Der Weg aus dem Tal” (Herbst ‘07) versucht. Am Ende wurde sich dann doch wieder auf die alte Mutti Country-Musik besonnen. Und wie es nun mal so ist: Andere Projekte bedeuten neue Erfahrungen, und neue Erfahrungen bedeuten eine Frischzellenkur für alte Projekte. Doch genug von simpler Küchenpsychologie.


Im Lager der Sons Of Jim Wayne hat sich wirklich die eine oder andere Neuerung eingeschlichen. Man nimmt plötzlich mehrere Schlagzeugspuren für einen Track auf (“Falling Stars”), man hat einen Piano-Song im Programm (“Lonely In This Town”) und tauscht Hank-Williams-Zitate auch mal gegen eine Teenage-Fanclub-Hommage (“Not That Kind”). Bei der Produktion hat man sich hingegen auf alte Bekannte verlassen: Haus- und Hofproduzent Oliver Zülch hat trotz seiner Arbeit am aktuellen The-Notwist-Album erneut die Regler übernommen. Ähnlich sieht es bei der Wahl der Gastmusiker aus: Sind auf früheren Alben schon mal namhafte Bekannte wie Jason Loewenstein von Sebadoh oder Chris Colbourne von Buffalo Tom ans Banjo gebeten worden, hört man auf “Leaving The Cave” eher alte Bekannte, die auch schon zu Zeiten vom Jim Wayne Swingtett dabei waren. Das viel beschworene Country-Revival im großen Stil ist bis jetzt bekanntlich ausgeblieben (sieht man mal von “Eurovision Songcontest”-Größen wie Texas Lightning ab), und doch gibt es immer wieder unverwüstliche Kämpfernaturen (file under Fink), die Strohhalm kauend, ein wenig schwermütig und mit dem Herz am richtigen Fleck und auf der Zunge ihre Sichtweise von unabhängiger Gitarren-Musik proklamieren. Und sie stoßen damit immer wieder auf offene Ohren.  



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