Panda Bear
»Person Pitch«
[Paw Tracks / Cargo / VÖ: 30.03.2007 ]
Text:
Joachim Henn
[6 Kommentare]
Wer hier sofort denkt “Animal Collective”, könnte zunächst einmal enttäuscht werden (übrigens auch, wer die Split-LP “Carrots” sowie die EP “Bros” von Panda Bear besitzt: für diejenigen gibt es gerade noch zwei neue Tracks zu entdecken). Denn für das dritte Soloalbum von Panda Bear a.k.a. Noah Lennox sind die Gitarren überwiegend in der Ecke geblieben, stattdessen füllen fast ausschließlich elektronische Klangquellen die Hallräume. Vordergründig gehen die Klanggerüste beinahe als Pop durch, in dem Opener “Comfy In Nautica” sowie dem ersten Part des ausgekoppelten “Bros” liegen Beach-Boys-Reminiszenzen förmlich in der Luft, und doch sind diese Eindrücke eher irreführend. Denn harmonische Variationen ergeben sich einzig über die (Chor-) Gesangslinien, ansonsten basieren alle Tracks auf jeweils einem einzigen Basisloop und machen “Person Pitch” zu einer – und schon sind wir wieder bei Panda Bears Mutterschiff – extrem repetitiven Angelegenheit. Dafür, dass es sich bei “Person Pitch” aber nicht um ein Gesangsalbum mit Staffage handelt, sorgt die Bandbreite der jeweiligen Loops, die in stimmungsschwangerem Wohlklang baden und innerhalb des gesetzten Rahmens Grenzen ausloten. So bewegt sich “Carrots” dezent in Richtung Dub (à la Pram, falls die noch jemand kennt), während “Search For Delicious” an die Cocteau-Twins-Remixe von Kevin Shields erinnert und der zweite Part von “Bros” in ein regelrechtes Uptempo-Freak-out mutiert. So bleibt das Album nie wirklich greifbar, Field-Recordings, allerlei elektronische Störgeräusche und vereinzelt auch gepitchter Gesang bilden Störmomente gegen drohenden Einklang, und die satt eingesetzten Hall- und Echo-Effekte verleihen dem Ganzen einen permanent schwebenden Charakter. Der Gesang, zwar mehr nach vorne gemischt als bei Animal Collective, aber nichts desto weniger im Hall verschwindend, sowie Pandas einschlägige Erfahrung als Tenorchorsänger tun hierzu ein Übriges. Die vierzigminütige Pop-Dekonstruktionsreise (eher mit Pillen denn Esoterik) schließt mit “Ponytail”, dann aber in geradezu klassischem Songwriting. Auch ein Statement.
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Kommentare
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ösel 12.07.2007 | 21:28:25
Polterkowski & Söhne
Entschuldigung, aber es geht doch immerhin um ein Meisterwerk.
MELODYNELSON 13.07.2007 | 11:56:57
KOSCHER DAS
Muss da denn überall soviel Hall drauf sein ?
Gute Platte, aber ich finds sauanstrengend.
Fürs Cover aber volle Punktzahl.
haneke 13.07.2007 | 13:09:22
Wird in meinen Top Ten ganz weit oben sein dieses Jahr.
razzmatazz 13.07.2007 | 13:53:59
super groß, eigentlich noch besser als die schon exzellente letzte Animal Collective Platte. Aber gabs dazu nicht schon einen thread?
ninjatuner 18.07.2007 | 01:35:50
indie landfill
animal collective sind net so mein fall, aber diese paltte ist echt gut und wird vor allem immer besser..
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