Megadeth
»United Abdominations«
[Roadrunner / VÖ: 11.05.2007 ]
Text:
linus volkmann
Bin so was von garantiert nicht der einzige Post-Dorf-Thrash-Metal-Fan, der auch heute noch gern an die Geschichte des Rauswurfs von Dave Mustaine bei Metallica denkt. Einst wachte der Alte in den 80ern auf Tour verkatert auf, und Lars Ulrich hielt ihm ein Ticket für einen Greyhound-Bus nach Hause unter die Nase. Ab dafür! Aus Rache gründete Dave dann Megadeth und lebte nicht schlecht bis zum heutigen Tage. “United Abdominations” knüpft dabei nun – meiner bescheidenen Meinung nach – an das Brecher-Album “So Far, So Good, So What?” an. Was vermutlich erst mal am Sound liegt, der das Artifizielle wieder so weit treibt, dass es schon ins Industrialhafte reinhängt. Nur – Senioren-Fehler – ist oft die Rhythmus-Gitarre zu leise, wenn Soli gespielt werden. Sind wir hier bei Queensryche, oder was? Die Texte rufen wie eh und je die Apokalypse an und aus – und weil die sich aber immer noch nicht einstellt, wird sich beim Warten darauf die Zeit mit kleinen Späßen vertrieben: so heißen Songs auch mal “Never Walk Alone ... A Call To Arms” oder “Amerikhastan”. In diesen Momenten sind Megadeth witzig, meistens ist hier aber alles steinhart. Ich würde so was bei Intro-Intim-Change-overs spielen – weil man das in den Planungsgremien bereits vermutet, darf ich nicht mal in die Nähe der Plattenspieler. Phhh! Die Apokalypse wird mich rächen.
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