BEWERTEN
 

Malajube

»Trompe L’Oeil«

[Dare To Dare / City Slang / Rough Trade / VÖ: 04.05.2007 ]

Text: Christian Wessels

Als ich mich im siebten Schuljahr zwischen einer lebendigen Sprache mit reichlich Zischlauten und Latein entscheiden musste, hat die Vernunft gesiegt. Heute verstehe ich nicht ein Wort Französisch. Malajube sind im kanadischen Montréal zu Hause. Schon ihr Debüt “Le Compte Complet” wurde hochgelobt, der Nachfolger “Trompe L’Oeil” vor einem Jahr geradezu gefeiert. Zu Recht: Das Quintett tobt sich durch einen wüsten Powerprogrockmix, atemlost sich von Peak zu Peak, von Break zu Break, von Hook zu Hook. Ohne dass man sich nur einen Moment langweilen würde. Und ohne dass man das Gefühl haben müsste, hier wären die Ambitionen mit ihnen durchgegangen. Die Tatsache, dass sich Malajube für ihre Bühnenauftritte gelegentlich kostümieren, hat bestimmt Verehrungsaspekte: Sie lieben Wayne Coyne, den smarten Onkel, der sich seine Maßanzüge beim Kindergeburtstag mit Kunstblut ruiniert. Mal so ins Blaue gesprochen ... Im Vergleich zu den Flaming Lips sind die fünf Kanadier vielleicht noch ein bisschen grün hinter den Ohren, ein bisschen simpel. Was die Spielfreude angeht, stehen sie allerdings in nichts nach. Da können sie es vielleicht sogar mit den verrückten Wrens aufnehmen. Die im Albumtitel propagierte Augenwischerei ist also gar nicht nötig.




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