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Bromheads Jacket

»Dits From The Commuter Belt«

[Vital / Rough Trade / VÖ: 16.03.2007 ]

Text: Daniel Koch

Sheffield. War da nicht was? Arctic Monkeys und so? Haben die nicht letztens auch gesagt, Bromheads Jacket wären ihre “liebste neue Band”? Wow, dann haben wir es doch: “Sheffield! England’s new indie-rock capital!” NME, übernehmen Sie. Dummerweise will nicht so recht ins Bild passen, dass die drei Bromheads aus London, Manchester und Yately zugezogen sind. Und man hat sich auch nicht im Working-Class-Pub von umme Ecke kennengelernt, sondern auf der Uni. Und das Lob der Arctic Monkeys quittieren sie gerne mit einem Achselzucken und Kommentaren wie diesen: “Nette Jungs, man kennt sich vom Sehen. Aber wir sind nie zusammen aufgetreten.” Natürlich lässt sich nicht leugnen, dass Bromheads Jacket ein Stück weit dieselbe Zielgruppe ansprechen, aber aus dem aktuellen Hype ausgeklammert haben sie genug eigene Reize, um nicht als Jump-on-the-Bandwagon-Combo abgestempelt zu werden. Zum Beispiel stechen da die Lyrics von Sänger Tim Hampton heraus, die er herrlich sprechnäselnd vorträgt. Da werden mit ein paar Zeilen (und einer Gesamtsonglänge, die selten die Zweieinhalb-Minuten-Grenze überschreitet) lebhafte, urenglische Charaktere gezeichnet, die mal freundlich, mal mit schnoddrigem Humor abgefertigt werden. Der Kerl aus “My Prime Time Kid” kommt einem beispielsweise – gerade in dieser Branche – sehr bekannt vor: “He never played at Glastonbury but he likes to think it though. Never played for John Peel [...] Never been to Maida Vale but he likes to think it though.” In weiteren Nebenrollen: “Poppy Bird” (die unbekannte Schöne aus der U-Bahn), “Lesley Parlafitt” (der Typ, der in seiner Kleinstadt angewachsen ist) und “Rosey Lee”, die zu früh an die falschen Drogen gerät. Bekannte Geschichten, aber treffend und mit Witz verpackt. Dabei rumpelt und rotzt die Platte so vor sich hin, lässt roughe Stampfer mit schiefen Balladen wechseln und atmet – für einen aktuellen Hype-Kandidaten – eine erstaunliche Portion Punkspirit. Das sollte abschließend alle Vorwürfe in diese Richtung entkräften: Mit DIESEM geilen Rumpelsound kann man die Charts eigentlich nicht knacken. Das wäre eine Unverschämtheit.


 



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