Boris with Michio Kurihara
»Rainbow«
[Drag City / Rough Trade / VÖ: 20.03.2007 ]
Text:
Thomas Venker
Die Globalisierung hat uns auch Japan ein gutes Stück näher gebracht. Eine Erkenntnis dabei: Das Klischee, dass die Japaner bis zum Umfallen arbeiten, stimmt so nicht. Klar, man schätzt auch dort Strebsamkeit und Disziplin, das eint die Japaner neben der schrecklichen WW2-Vergangenheit mit uns Deutschen, spürt aber eben auch die Sehnsucht nach Ausgleich und Entertainment – nun, soziologisch gesprochen im großen Bild zumindest. Das Gitarrenavantgardetrio Boris stellt da eine Ausnahme dar: Kaum haben sie mit Sun O))) ein markiges Album vorgelegt, auf dem die beiden Parteien Drone, Noise und Field Recordings zusammenführten, legen sie mit einem anderen Kooperationspartner schon das nächste Album vor. Irre, da vor allem das Produktionsniveau sehr hoch ist. Ungezähmter klingt “Rainbow”, deutlich schräger, freejazziger, allerdings mit den für Boris typischen episch angelegten Songstrukturen, in denen sie auch melodischere und ruhige Parts anlegen, gerade, da sie wissen, wie dienlich die Momente des Durchschnaufens und Entspannens für die Ausbrüche sind.
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