A&E
»Oi!«
[Sonig / Rough Trade]
Text:
Andreas Brüning
Das ist eine ganz schön seltsame Platte. Zuerst fällt der für westeuropäische Popmelodien ungewöhnliche Gesang Emiko Otas auf. Kein Wunder, sind doch vier der sechs Tracks des japanisch/englischen Duos ursprünglich japanischer Folklore aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entliehen. Von gewöhnlichem Folk ist diese Musik allerdings aufgrund der ungewöhnlichen Arrangements relativ weit weg. Eigenwillige Jazz- und Hawaii-Gitarrenparts und Breakbeats treffen auf Gameboy-Sounds und Gamelan-Klänge. Dazu weist ein live gespieltes Schlagzeug die Plastikorgel mit den Trio-Casio-Beats genauso in die Schranken wie die gesampelten Philly-Streicher, programmierten Subbässe sowie haufenweise anderen merkwürdigen Geräusche. Zusammen hat all das trotz des durchgehenden Mid-Tempos etwas Waches, Zappeliges und immer Spannendes.
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