BEWERTEN
 

Fujiya & Miyagi

»Transparent Things«

[Groenland / Cargo / VÖ: 23.03.2007 ]

Text: Thomas Markus

Mr Miyagi? Den kennt man doch. Das war doch der alte kleine japanische Mann mit Bart aus “Karate Kid”, der seit Jahren für die Weisheit und die Lehre von Karate steht. Zumindest für 80er-Trash-Kino-sozialisierte Kids wie mich. Und Fujiya? Google erklärt, dass Fujiya eine Firma sei, die Vinyl-Plattensysteme herstelle. Außerdem ist Miyagi auch David Best, Sänger und Gitarrist, und Fujiya ist auch Steve Lewis, Keyboarder und Beat-Programmierer, zusammen mit dem Ampersand-Bassisten Matt Hainsby sind sie Fujiya & Miyagi. Nach dem Debüt 2002 und anschließenden 10-Inch-Vinyl-Releases über das Londoner Dance-Label Tirk (u. a. Louie Austen, The Bees) wurden auf “Transparent Things” nun die Tracks der letzten Jahre in überarbeiteter Version und in Album-Länge zusammengestellt. Die drei Brightoner teilen laut Info nicht nur die Liebe zum japanischen Heavy-Weight-Wrestler Kendo Nagasaki, sondern interessieren sich auch alle drei für Krautrock. Was man “Transparent Things” deutlich anhört. Der Opener “Ankle Injuries” wartet mit Neu!- oder Harmonia-mäßigen elegischen, ewig lang gezogenen Basslines auf. Jedoch wird hier nicht getreu dem Motto “Neverending Mindexpanding” ungebremst drauflosprogrammiert und -gejammt. Das Trio hütet sich tunlichst davor, in psychedelisch-experimentelle Sphären zu driften. Dezent eingesetzte Flächen und vor allem die trockenen, straighten Beats und der geflüsterte, monoton-phrasierte Gesang von Best verankern die Arrangements fest im Hier und Jetzt. Fujiya & Miyagi kappen die überschüssigen Ausfransungen von krautigen Exzessen und konzentrieren sich eher auf die wesentlichen Eigenarten des Beats, was ihnen renommierte Rhythmus-Fetischisten wie Tiga und das LCD Soundsystem als geoutete Fans beschert. Während bei einigen Stücken (“Transparent Things”, “In One Ear & Out The Other”) die poppigen Anteile ein wenig zu feist wirken, bestechen “Collarbone” und “Photocopier” durch abgespeckte Coolness. Stringent und ohne überflüssigen Popanz wird jedes Atmen, jedes Percussion-Element an den vorbestimmten Platz positioniert. “Auftragen und polieren, Daniel-San. Auftragen und polieren.” Mr Miyagi, der alte Zen-Fuchs, der wusste, wie es funktioniert.




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