BEWERTEN
 

The Hidden Hand

»The Resurrection Of Whiskey Foote«

[Southern Lord / Soulfood]

Text: Christian Steinbrink

Wen ich gerne mal kennenlernen würde: Scott „Wino“ Weinrich. Den Typen, der Hidden Hand den Glam gibt. Der das auch schon bei Spirit Caravan getan hat, nachdem er sich ihn bei St. Vitus und vor allem The Obsessed geholt hatte. Der Typ, der Hardrock ernst meint, anders als die wahrscheinlich schon wieder verblichenen Schnösel von The Darkness. Erbärmliche Poser. Die waren doch nur deshalb damals so groß im Intro, weil die Online-Redaktion sich unterhalten lassen wollte. Wie viel besser ist dagegen Wino. Irgendwie-Teilnehmer an der Hardcore-Szene Washingtons, trotzdem durch und durch dreckiger Rock. Mitglied von Referenzbands fast im Dutzend. Überlebender nicht weniger Alkoholexzesse. Und jetzt, 25 Jahre nach Karrierestart, so aktiv und produktiv wie selten zuvor. Denn er veröffentlicht seine Hardrock-Epen im Jahrestakt, und es würde mich nicht wundern, wenn bis Weihnachten noch ein Album seinen Weg nach Europa finden würde.


Bis dahin haben wir „The Resurrection ...“. Es ist ungeschminkt, rau, virtuos, entschieden wie immer. Und wie sonst wenig. Wino schert sich schätzungsweise einen Dreck um Glitter-Videoclips und Kostüm-Liveshows. Ihn interessiert seine Musik. Bluesrock, Southernrock, Schall und Rauch. Komplett selbstreferenziell. Deshalb kann ich auch an der neuen Platte im Vergleich zu anderen Hidden-Hand-Alben beim besten Willen kaum Neuerungen ausmachen. Und ich weiß auch nicht, ob man wirklich jede Platte aus Winos Werk braucht. Aber seine Musik sollte man schon kennen. Kennen und sich von ihr seine Meinung von Hardrock gerade rücken lassen.



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