hp.stonji
»Syntonum«
Text:
arno raffeiner
Hans Platzgumer ist, na, nicht gerade als Fließbandproduzent verschrien, zumindest aber als manischer Workaholic von unterschiedlichsten Genre-Baustellen bekannt. Gemeinsam mit Jens Döring alias e.stonji legt er nun das zweite Album ihres Projekts hp.stonji vor, das aus der Scharfkantigkeit von digitalen Breakbeatgewittern ebenso gespeist wird wie aus der Wärme von Wohlklang-Ambient, aus dem Wissen um den Unterhaltungswert des Rendevouz’ „Gitarre trifft Elektronik“ und überhaupt aus tausend Jahren Popmusik im Zersetzungsprozess ihrer beständigen Abstraktion. Platzgumer und Döring machen Musik, die sich immerzu selbst abfragt – was geht, was ist möglich? –, dabei aber niemals ausufert, sondern angenehm konzentriert auf das jeweilige, meist recht simpel gewählte Setting bleibt: Was kann ich z. B. aus einem Herzschlag-Sample durch Tonhöhen-Spielereien alles herausholen? Welche Stimmung generiert der Kontrast zwischen einer auf Melancholie festgelegten Sound-Fläche und rasenden Knurpsel-Beats? An irgendwelchen musikalischen Grundfesten wird dabei trotz der experimentellen und gerne auch mal düster-aggressiven Maskerade gar nicht gerüttelt, sondern auf der Ebene bestimmter ästhetischer Übereinkünfte eben wieder Pop gemacht. „Syntonum“ ist Klangforschung mit definitiv erhöhtem Genussfaktor.
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