Rose Kemp
»A Hand Full Of Hurricanes«
[One Little Indian / Rough Trade / VÖ: 09.10.2007 ]
Text:
Mick Schulz
„Rose Kemp ist nun 22. Sie wird bereits mit PJ Harvey und Regina Spektor verglichen“, so informiert das Info. Und da liegt auch schon der Hund begraben: Rose Kemp ist eben weder die eine noch die andere, sondern zuerst einmal recht jung. Sie kommt aus einer britischen Musikerfamilie und war schon als Kind mit ihren Eltern auf Tour. All das sind natürlich nicht die schlechtesten Voraussetzungen, und es ist ja auch nichts Allgemeines gegen 22-jährige Musikerinnen einzuwenden, Gott bewahre. Aber ihr Album wirkt nicht rund, nicht gereift. Es knüppelt hier, nimmt sich da zurück, ohne dass wirklich klar wäre, warum das Ganze. Sie besingt bei einem Stück ihren „guardian albatros“, was soll das sein? Das Album lässt zu viele Fragen offen, als dass man vermeiden könnte, mit ihrem Alter zu argumentieren. Das ist schade, es wäre aber vermeidbar gewesen, vielleicht hätten ihm ein bisschen mehr Sorgfalt und Zeit gut getan. Nichtsdestotrotz: Rose Kemp ist ein unglaubliches Talent, ihre Stimme ebendies, ihre Gitarre in den besten Momenten ebenso gegen den Strich gebürstet wie die auf frühen Cat-Power-Alben. Nur Reife und Erfahrung, ihr Talent nicht zu verpulvern, sondern gezielt einzusetzen, die fehlen ihr noch.
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