BEWERTEN
 

P.W. Long

»God Bless The Drunkard’s Dog«

[Black Diamond / Southern / Cargo / VÖ: 11.04.2008 ]

Text: Martin Büsser

Ganz schön abgehangen. Aber will man über Musik wirklich wie über Wurst reden? P.W. Long spielte vor Jahren mal bei Mule – die eher erdige, rockige Abteilung aus dem Hause Touch & Go. „God Bless The Drunkard’s Dog“ ist bereits sein viertes Soloalbum – die ersten drei sind dem Rezensenten und sicher auch vielen Lesern entgangen –, bei dem man gar nicht umhinkommt, die Songs wie luftgetrockneten Schinken zu beschreiben. Die Nummern klingen unglaublich ehrlich, rockig, kumpelhaft – also all das, was man als mit Punk, Pop und Glam sozialisierter Mensch so gar nicht ertragen kann.

Diese ganze Springsteen-Aura, dieses Getue von wegen „einer von uns“. Was dann immer heißt: einer, der sein Instrument beherrscht und schon alleine dadurch alles andere als „einer von uns“ ist. Kurzum: P.W. Long bluesrockt sich mit belanglosen Bluesrock-Floskeln wie „I Feel Crazy Tonight“ durch solides Repertoire, das sich irgendwo zwischen Joe Cocker und Rory Gallagher verorten lässt und das die feuchten Augen eines jeden Pub-Besuchers dieser Erde zum Leuchten bringt. Mich dagegen macht die „Ehrlichkeit“ solcher Musik ganz irre.



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