BEWERTEN
 

Eleni Mandell

»Miracle Of Five«

[V2 / Rough Trade / VÖ: 05.07.2007 ]

Text: Anne Westphal

Gute Musik wird noch an den abstrusesten Orten gefunden. Man nehme nur mal Eleni Mandell. Die in zartem Timbre croonende Kalifornierin klingt so, als hätte sie ein unglücklich verliebter Plattenboss in einem verlassenen 50er-Jahre-Diner entdeckt oder als wäre ihre aktuelle Platte zwischen Leonard Cohen und Billie Holiday auf einer traurigen Hausratversteigerung gefunden worden. In Wirklichkeit verdankt sich der große Plattenvertrag für das immerhin schon sechste Album „Miracle Of Five“ aber einer schlechten US-Fernsehwerbung für Riesen-Hamburger mit Paris Hilton. Mandells Version von Cole Porters „I Love Paris“ unterlegt den sonst überaus unästhetischen Clip mit etwas sehr Wunderbarem und eröffnete der bis dahin nur wenigen bezauberten Anhängern bekannten Sängerin ein neues Publikum. Die exzentrisch nostalgische Musik zwischen Ella Fitzgerald und Neko Case hat jetzt eine neue Heimat bei V2. Produzent Andy Kaulkin (Kopf des Anti-Labels) bewahrt dabei den minimalistisch jazzigen Charakter des Arrangements. Mandell singt, oft nur von Wilco-Gitarrist Nels Cline begleitet, sehr persönliche hoffnungsvolle Liebeslieder mit sinistren Einschlägen. Abstrus, aber gut..


 



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