Tujiko Noriko
»Solo«
[Edition Mego / Groove Attack / VÖ: 30.03.2007 ]
Text:
Martin Büsser
Japan, das Land des Karaoke. Ein wenig wie Karaoke klingen auch die Stücke von Tujiko Noriko, der Gesang abgehackt, manchmal so, als würde er zeitverzögert eingesetzt. Trotz schöner, beinahe lieblicher Stimme wirkt Noriko eigenartig emotionslos, setzt beim Singen meist auf hohe, helle Töne, begleitet von schlichter Minimal-Elektronik, ohne ihren Gesangsstil nennenswert zu variieren. Damit ist gleich auch eine Grenze markiert: Tujiko Noriko hört sich überhaupt nicht nach Björk an, wie in zahlreichen Rezensionen zu ihrem Vorgänger zu lesen war. In ihrer Musik gibt es nichts Ambitioniertes, nichts Verknotetes und auf Kunst Getrimmtes. Alles an „Solo“ ist Pop, Plastik-Pop in großer japanischer Tradition, die bis zum Yellow Magic Orchestra zurückreicht. „Solo“ ist schöne, urbane Musik, modernistisch und romantisch zugleich, kühl und verträumt, aber bei aller Reduktion nichts, was einen kalt lässt.
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