Saint Privat
»Superflu«
[Dope Noir / Soulfood / VÖ: 23.02.2007 ]
Text:
Burkhard Welz
Klaus Waldeck und seine protegierte Protagonistin Valerie senden ein erneutes Lebenszeichen aus einem fernen erträumten Paradies, in dem immer noch ausschweifend und zügellos gelebt werden darf. Wo dies wohl liegen mag? Interessenten sollten vielleicht mal ein Ohr in das zweite intime Tagebuch einer Grenzgängerin riskieren. Hier findet man all das, was auch schon Brigitte Bardot, Gunter Sachs oder Helmut Berger für sich entdeckt hatten. Den Tanz auf dem Vulkan und den entsprechenden allumfassenden Kater danach. Kein Genuss ohne Reue? Davon weiß Valerie (Österreicherin mit Wahlheimat Südfrankreich). Darüber hinaus schätzt sie Chanson, Liebeslied und die große Bühne, allerdings jenseits der Burleske. Nach der „Riviera“ erlaubt sie sich nun den „Superflu“ (frz. für Überfluss). Das hört sich dann großteils französisch larmoyant oder auch fordernd protestantisch an: „Somebody To Love“ (eine Coverversion von Jefferson Airplane) oder „Confusing Love“. Dass die Melancholie bei einem solchen Lebensentwurf ein ständiger Wegbegleiter ist, liegt auf der Hand. Doch diese Ambivalenz macht dieses Exempel noch viel begehrens- und lebenswerter, als das vordergründig den Anschein hat.
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