Konrad Sprenger
»Miniaturen«
Text:
Martin Büsser
Die Musik hält ganz, was der Titel verspricht: 32 Miniaturen mit eigenartigen Titeln wie „Generation Opfer“ oder „Kleine Fummelei“ bieten akustische Skizzen voller Freundlichkeit, lichter Momente, versöhnlich und behaglich stimmender Hausmusik, eingespielt auf mechanischer Vogelorgel, Harmonium, Akkordeon, Flöte, Gong und Vogelpfeife, um nur ein paar Instrumente zu nennen, die hier zum Einsatz gekommen sind, unterstützt von Freunden und Bekannten, darunter Sonja Müller und Minimal-Music-Koryphäe Arnold Dreyblatt. Stilistisch wird hier ein ganzer Reigen an Bezügen und Querverweisen dargeboten, der von barocker Kammermusik bis Kraut-Psychedelic, von Chanson bis zu asiatischer Folklore reicht. Sprengers offener Ansatz erinnert bisweilen an Fred Frith, manche werden dabei vielleicht auch an die französische Gruppe Klimperei denken, doch die „Miniaturen“ lassen sich nicht wirklich verorten, da jedes Stück auf etwas ganz anderes verweist, bisweilen fast klischeehaft (dies aber durchaus gewollt) einen ganz neuen Ansatz von einer ganz eigenen Perspektive her aufrollt. Die einzige Klammer: Alle Nummern sind schön, selbst die eher experimentellen, elektronischen Stücke, und strahlen trotz ihres Minimalismus etwas Verschwenderisches aus, nämlich die zum Luxus gewordene Sorglosigkeit des Tagtraums, der sich treiben lässt.
Artikel kommentieren
Mehr Infos
Diese User besitzen die Platte
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen





