Client
»Heartland«
[Out Of Line / SPV / VÖ: 23.03.2007 ]
Text:
Christine Franz
[3 Kommentare]
Derzeit saugen sich im Minuten-Takt Pop-Vermarkter und die Bands selbst Wave-Referenzen aus den Fingern – während in Berlins Mitte die höchste Neonfarben-Frequenz seit Ingolf Lücks „Formel Eins“ gemessen wird. Die 80er sind ja bekanntermaßen schon seit geraumer Zeit wieder über uns hereingebrochen. Aber mal ehrlich, wenn wir uns zurückerinnern, dann erscheint da doch ein ganz anderes Bild dieses Jahrzehnts, und das ist irgendwie so ganz und gar nicht Glam: Mama trägt Dauerwelle und reicht Tuc-Kekse, während im Fernsehen schulterbepolsterte junge Menschen durch das Stu-Stu-Studioline-Studio tanzen. In dieses Szenario passen auch Client ziemlich gut. Die drei Damen aus England schwindeln sich gar nicht erst ihren cool-as-fuck Avantgarde-Backkatalog zusammen, sondern orientieren sich gleich an den Mainstream-Helden von damals: Human League, Pet Shop Boys und natürlich Depeche Mode. Kein Wunder also, dass Andy Fletcher von Depeche Mode eigens sein Toast-Hawaii-Label gründete, um die Alben von Client zu veröffentlichen. Hinter Client stecken Sarah Blackwood, einst Stimme der 90er-Jahre-Indie-Darlings Dubstar, Kate Holmes von Technique und ein Ex-Model namens Emily Mann. Mit einer eigenen Clubnight im Londoner Nottinghill Arts Club und allerlei Gender-Konzept versteht sich die Band eher als Gesamtkunstwerk denn als The-next-Retro-Ding. Anfangs bestritt man Interviews nur unter den Pseudonymen Client A, B und E, auf Bandfotos waren keine Gesichter zu sehen, und man trat in selbst entworfenen Uniformen auf. Auf ihrem mittlerweile dritten Album „Heartland“ gehen die Damen offensiver mit dem Klischee von Strumpfhosen-Sexappeal um. Und mit Lyrics wie „You look good on your knees, you know it’s time to please“ und „You said you wanna set my soul free, I’m just an object of your fantasy“ stecken sie das thematische Terrain eindeutig ab und beschäftigen sich mit Prostitution, Pornografie, diversen Süchten und einem Liebeslied zum Thema Kopierer. Trotz aller Retro-Slickness gibt’s also auch noch ein paar Aussagen – selbstverständlich bleiben Client dabei aber immer angenehm tanzbar.
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Kommentare
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ChesterMobo 21.03.2007 | 21:02:10
THERMOAKUSTIK
Das Liebeslied zum Thema Kopierer ist ein Cover des Adam And The Ants Originals Xerox von 1979.
ChesterMobo 21.03.2007 | 21:02:40
THERMOAKUSTIK
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